Drohender Stellenabbau bei Mercedes
DaimlerChrysler hat Verhandlungen mit dem Betriebsrat über die Personalsituation im Konzern aufgenommen. Nach Agentur-berichten habe es ein Gespräch zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp und dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Erich Klemm gegeben, erklärten der Betriebsrat und ein Sprecher von DaimlerChrysler am Montag in Reaktion auf einen entsprechenden Bericht der Stuttgarter Nachrichten. Darin war von einem möglichen Abbau von rund 5.000 Stellen die Rede gewesen. "Diese Zahlen sind reine Spekulation", so ein Unternehmenssprecher. Es sei außerdem noch keine Entscheidung in dieser Frage gefallen. Nach dem Bericht der Stuttgarter Nachrichten liege die Ursache für den möglichen Abbau vor allem an der schlechten Auslastung im Mercedes-Werk Sindelfingen. Schon länger sind Mitarbeiter der schwächer ausgelasteten Werke in Sindelfingen und Bremen unter anderem im Werk Rastatt beschäftigt, wo die A- und B- Klasse gebaut wird. Mercedes-Chef Eckhard Cordes hatte bereits im Februar bei der Vorstellung des Milliarden-Sparprogramms “Core” erklärt, dass Personalmaßnahmen nicht ausgeschlossen seien. Angesichts eines Beschäftigungspaktes kämen aber nur freiwillige Maßnahmen, Nicht-Wiederbesetzung von Stellen und Stellenverlagerungen in Frage, hatte er seitdem mehrfach erklärt. Die im Juli 2004 getroffene Beschäftigungssicherung bis 2012 gilt für rund 160.000 Mitarbeiter. Details für ein mögliches Programm über freiwilliges Ausscheiden würden in den nächsten Monaten beschlossen, sagte Gesamtbetriebsratschef Klemm nach dem Gespräch mit Konzernchef Schrempp. Klemm setzt vor allem auf einen befristeten Personalaustausch zwischen den Werken. Nur wenn dies nicht ausreiche, könnte es eine Vereinbarung über freiwilliges Ausscheiden mit entsprechenden finanziellen Anreizen geben. Laut Analysten werde DaimlerChrysler trotz der etwas besseren Lage bei Mercedes-Benz für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von fast 40 Prozent ausweisen. Die Zahlen werden am Donnerstag veröffentlicht.




