Delphi auf der Kippe
Autozulieferer Delphi hat im zweiten Quartal 2005 einen hohen Verlust verbucht. Das Unternehmen erwägt laut dpa unter anderem ein Insolvenzverfahren, falls es sich bei den laufenden Restrukturierungsdiskussionen mit den Gewerkschaften und General Motors nicht einigen könne. Das Unternehmen habe im Ausland Wachstum und Gewinne verbucht, doch müsse es sofort die Altlasten-Probleme in den USA anpacken, erklärte Konzernchef Robert S. Miller. Delphi verbuchte im zweiten Quartal einen Verlust von 338 Millionen Dollar (275 Millionen Euro) oder 60 Cent je Aktie nach einem Gewinn von 143 Millionen Dollar oder 25 Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum. Es fielen Restrukturierungskosten von 49 Millionen Dollar an. Der Quartalsumsatz schrumpfte auf sieben (Vorjahr: 7,5) Milliarden Dollar. Dabei fiel der Delphi-Umsatz mit General Motors um 18 Prozent, während Delphi seinen Umsatz mit anderen Autoherstellern um sechs Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar erhöhte. Delphi, seit 1999 von General Motors rechtlich abgekoppelt, muss hohe US-Lohn-, Pensions- und Krankenversicherungskosten sowie eine rückläufige Autoproduktion in Nordamerika verkraften. Das Unternehmen erwartet von den Gewerkschaften Tarifkonzessionen und von General Motors finanzielle Hilfe. Falls die Verhandlungen nicht zur Umsetzung eines Plans führen sollten, der die Altlastenverpflichtungen löst, werde Delphi andere strategische Alternativen in Erwägung ziehen. Dazu gehört auch ein Insolvenzverfahren für die US-Operationen nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts. Damit solle der Wert der Gesellschaft erhalten und die Umstrukturierung durchgezogen werden. Ein solches Insolvenzverfahren ermöglicht die Weiterführung der Geschäfte und Sanierungsbemühungen unter Aufsicht eines Insolvenzrichters. Delphi baute im zweiten Quartal 2.100 Stellen ab, womit seit Jahresbeginn bereits 3.600 Stellen gestrichen wurden. Die Gesellschaft hatte sich im Dezember das Ziel gesetzt, insgesamt 8.500 der weltweit 185.000 Stellen wegfallen zu lassen.




