VW: 410 Millionen Euro für Fertigung in Indien
Volkswagen hat zum Bau eines neues Produktionswerkes in Indien ein entsprechendesInvestitionsabkommen mit der Regierung des indischen Bundesstaats Maharashtra unterzeichnet. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires investiert VW rund 410 Millionen Euro in den Bau des Werkes in der westindischen Stadt Pune. Die Produktion soll 2009 beginnen und die Kapazität 110.000 Fahrzeuge pro Jahr betragen.Auf dem 230 Hektar großen Gelände wird eine Vollfertigung mit Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei und Montage entstehen. Parallel zum wachsenden Angebot der Marke Volkswagen will der Konzern Anfang 2007 eine eigenständige indische Vertriebsgesellschaft zunächst für die Marken Audi und Volkswagen gründen. Die Volkswagen Group Sales India Private Ltd mit Sitz in Mumbai soll den Vertrieb von lokal gefertigten und importierten Modellen übernehmen, so der Bericht weiter.VW-Finanzvorstand Hans-Dieter Pötsch kündigte unterdessen an, der Konzern werde neben den bereits angebotenen Skoda-Modellen Mitte kommenden Jahres weitere lokal gefertigte Fahrzeuge der Marken Volkswagen und Audi auf den Markt bringen. "Indien gehört zu den interessantesten Zukunftsmärkten der weltweiten Automobilindustrie. Wir sind fest entschlossen, das sich bietende Marktpotenzial ohne Zeitverlust zu erschließen", sagte er.Ein Teil der Komponenten für den Fahrzeugbau wird den weiteren Angaben zufolge aus Werken des VW-Konzerns nach Indien geliefert. Zudem soll ein nennenswerter Teil des benötigten Materials von lokalen Zulieferern bezogen werden. In dem neuen Werk in Indien werden laut VW rund 2.500 neue Arbeitsplätze geschaffen.Mit dem ausgewählten Standort sollen sich laut VW schon von Mitte nächsten Jahres an Synergien mit dem in der Nähe befindlichen Werkes der Konzerntochter Skoda erzielt werden. "Wir haben in den vergangenen Jahren bereits Erfahrungen mit der Produktion in Indien und den besonderen Anforderungen dieses Marktes machen können", sagte Volkswagen-Markenvorstand Detlef Wittig, der auch Vorstandsvorsitzender von Skoda ist.In dem schon bestehenden Werk in Aurangabad sollen laut Dow Jones Newswires von Mitte 2007 an neben den Skoda-Modellen auch Fahrzeuge der Marke Volkswagen Pkw gefertigt werden. "So können wir zeitnah lokal gefertigte Modelle auf den indischen Markt bringen. Wir starten unter anderem mit der Fertigung des Passats und sind damit in der Lage, ein starkes Modell zu einem attraktiven Preis anzubieten", sagte Pötsch. Importierte Fahrzeuge wie beispielsweise die Volkswagen-Modelle Touareg und Phaeton sollen das Angebot ergänzen.
Zur Bedeutung des indischen Marktes für VW sagte Pötsch, dass die Wachstumsperspektiven aus Sicht von VW sehr positiv seien. VW werde in absehbarer Zeit auch ein Fahrzeug entwickeln, das speziell auf die Bedürfnisse des indischen Marktes maßgeschneidert sein wird. Dieses Modell werde preislich sehr attraktiv sein und gleichzeitig in allen wesentlichen Eigenschaften "ein echter Volkswagen bleiben, mit allen Vorzügen unserer Marke". "So stellen wir sicher, dass “Volkswagen quality built in India” ein echtes Alleinstellungsmerkmal und Qualitätssiegel werden wird", so Pötsch.Darüber hinaus sollen exklusive Händlernetze für Volkswagen und Audi in Indien aufgebaut sowie das bestehende Skoda-Händlernetz weiterentwickelt werden, sagte Wittig. "Durch die attraktive Modellpalette mit leistungsfähigen Händlernetzen in den Nachfrageschwerpunkten des Landes schaffen wir die Grundlagen, nicht nur unseren Absatz substanziell zu steigern, sondern auch einen erstklassigen Service rund um die Produkte zu bieten und so die Kundenzufriedenheit auf ein Spitzenniveau zu bringen."Wie Pötsch während einer Pressekonferenz anlässlich der Unterzeichnung des Abkommens in Neu Dehli weiter sagte, wird der Eintritt von VW in schnell wachsende Märkte wie Indien und Russland dazu beitragen, dass sich der Automobilhersteller von den gesättigten Märkten in Europa absetzen kann. Die globalen Automobilmärkte seien weitgehend gesättigt, und in Deutschland durchlaufe VW gegenwärtig eine schwierige Phase. Vor diesem Hintergrund sei es um so wichtiger, eine internationale Strategie zu verfolgen und in den wichtigsten Wachstumsmärkten wie Russland und Indien präsent zu sein, so Pötsch.Zudem werde der Import von Autoteilen aus Deutschland helfen, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Das für die indische Produktion geplante Modell soll laut Pötsch eine Fließhecklimousine auf dem bereits existierenden Polo-Modell sein, und die Bauteile zu bis zu 80 Prozent aus indischer Produktion beziehen. Dies werde VW eine attraktivePreisgestaltung ermöglichen. Pötsch fügte hinzu, dass der Konzern sein Betriebsergebnis vor Sonderaufwendungen 2006 "deutlich verbessern" werde.Details nannte er nicht.Wittig kündigte an, dass die VW-Tochter Audi ab dem kommenden Jahr mit der Montage in Indien beginnen wird. Dabei soll zunächst der A6 montiert werden, gefolgt von weiteren Modellen. Audi ist seit Dezember 2004 auf dem indischen Markt vertreten und verkauft dort den importierten A4, den A6, die A8-Limousine und das TT Coupé.Laut Wittig wird Skoda Auto India im laufenden Jahr voraussichtlich 12.000 Fahrzeuge verkaufen – 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Um die höhere Nachfrage befriedigen zu können, soll die Produktionskapazität in Aurangabad auf 15.000 bis 20.000 Einheiten von bislang 12.000 Einheiten erhöht werden.




