Die 15 größten Autobauer weltweit – Toyota vorn, Volkswagen neue Nummer drei
Toyota hat 2008 erwartungsgemäß trotz eines eigenen Absatzrückgangs um vier Prozent den US-Konzern General Motors nach über 70 Jahren als weltgrößter Autobauer bei den weltweiten Fahrzeugverkäufen überflügelt. Die Überraschung ist Volkswagen gelungen: Die Wolfsburger ließen nicht nur erstmals Ford, sondern auch wieder knapp die Renault-Nissan-Allianz hinter sich. Auch Daimler schiebt sich ohne signifikante Zuwächse vor seinen stark schwächelnden Ex-Partner Chrysler.

Die 15 größten Absatzriesen weltweit - Toyota vorn, Volkswagen neue Nummer drei
Ablösung an der Spitze
Erstmals seit den 1930er-Jahren, also nach über 70 Jahren, kann sich General Motors nicht mehr weltgrößter Autobauer nennen. Diese Auszeichnung gehört nun dem japanischen Toyota-Konzern.
Mit einem weltweiten Fahrzeug-Absatz von 8,972 Millionen Einheiten im Jahr 2008 liegen die Japaner damit rund 620.000 Einheiten vor dem verlustreichen US-Konzern, der lediglich knapp über 8,35 Millionen Einheiten absetzen konnte. Allein im vierten Quartal fiel GMs globaler Absatz um 26 Prozent auf nur noch 1,7 Millionen Einheiten.
Während die Toyota-Marken 2008 einen Rückgang um vier Prozent verzeichneten, musste GM im Gesamtjahr einen Absatzeinbruch von elf Prozent verkraften.
Zuwächse fast nur in Asien
Toyota hatte das Kalenderjahr 2008 ursprünglich sogar mit einem Zuwachs um fünf Prozent auf 9,850 Millionen Einheiten geplant. Die Konzern-Marken Toyota und Lexus allein kamen 2008 auf 7,99 Millionen Verkäufe, hinzu kommt der Absatz der Marken Daihatsu und Hino. Die Toyota- und Lexus-Verkäufe auf dem japanischen Heimatmarkt sind 2008 um sieben Prozent auf 1,47 Millionen Einheiten zurückgegangen. Der Marktanteil war aber dank Rückgängen bei den Wettbewerbern mit 45,7 Prozent der zweithöchste in der Geschichte des Unternehmens.
Den stärksten Verkaufsrückgang (minus 15 Prozent) verzeichnete Toyota auf dem US-Markt. Nach 13 Jahren ununterbrochenen Wachstums wurden dort mit 2,22 Millionen Einheiten erstmals weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr (2,62 Millionen).
Die stärksten Wachstumsmärkte befanden sich für Toyota in 2008 in Asien. Die China-Verkäufe wuchsen um 17 Prozent auf 585.000 Einheiten, obwohl der Gesamtmarkt nur um sieben Prozent anstieg. In allen anderen asiatischen Märkten (außer Japan) verzeichnete Toyota ein Plus von acht Prozent auf 1,44 Millionen Fahrzeugverkäufe. Auch der Mittlere Osten erwies sich für Toyota erneut als Wachstumsraum. 590.000 Verkäufe sind ein Plus von 22 Prozent.
GM und Volkswagen verkauften 2008 in China jeweils über eine Million Kfz
GM konnte im asiatisch-pazifischen Raum um immerhin drei Prozent zulegen. Die Marke Chevrolet gewann allein in China plus 16 Prozent und kam auf fast 200.000 Einheiten. Insgesamt setzten alle GM-Marken in China 1,09 Millionen Einheiten ab, plus sechs Prozent.
Zum Vergleich: Erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge hat auch Rivale Volkswagen 2008 in China verkauft. Mit 1,024 Millionen Einheiten lag der Wolfsburger Konzern mit Joint-Venture-Werken in Changchun, Dalian (Motoren), Nanjing und Schanghai 12,5 Prozent über Vorjahr, aber hinter den GM-Joint-Ventures im Reich der Mitte.
Kampf um Platz drei – Volkswagen erstmals auf dem ‘Treppchen’
Der Volkswagen Konzern hat im vergangenen Jahr insgesamt weltweit 6,23 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, im Vorjahr waren es noch 6,19 Millionen. Mit dem Plus von 0,6 Prozent haben die Wolfsburger damit eine neue Bestmarke erreicht – und erreichen nun Platz drei im weltweiten Absatz-Ranking, vor Absteiger Ford (Platz fünf) und auch nach 2007 wieder knapp vor dem französisch-japanischen Rivalen, der Allianz von Renault-Nissan.
Auf Basis der nun bekannten Zahlen hat die Renault-Group 2,382 Millionen Einheiten verkauft, minus 4,1 Prozent, und Nissan statt der prognostizierten 3,900 Millionen Einheiten im Gesamtjahr 2008 lediglich 3,708 Millionen Autos. Das ist für die Japaner aber ein Zuwachs um 0,9 Prozent gegenüber 2007. Sie liegen damit nur noch knapp hinter dem japanischen Wettbewerber Honda. Zusammen erzielte die Allianz mit 6,090 Millionen abgesetzten Fahrzeugen ein Verkaufsminus von 1,1 Prozent; im Vorjahr waren es 6,161 Millionen Fahrzeuge gewesen. Den weltweiten Marktanteil für das Jahr 2008 sehen die Konzerne selbst bei zusammen 9,4 Prozent, ein Zuwachs um 0,3 Prozentpunkte.
Ford in der Abwärtsspirale
Ford kommt 2008 auf 5,404 Millionen an den Großhandel verkaufte Einheiten. 2007 erreichte das blaue Oval mit Töchter-Marken wie Lincoln, Mercury oder Volvo noch 6,553 Millionen abgesetzte Fahrzeuge und Platz drei im Absatz-Ranking, vor Volkswagen und Renault-Nissan. Damals zählten auch noch der anteilige Mazda-Absatz sowie die bis dahin im Besitz befindlichen Marken Land Rover und Jaguar dazu. Mit dem ‚Landy’ und der ‚Katze’ sind aber zwei Marken der ehemaligen Premier Automotive Group (PAG) bereits im März 2008 an den indischen Tata-Konzern gegangen, ebenso wurden im November 2008 etwa 20 Prozent des ehemals ein Drittel großen Anteils am Mazda-Konzern an die Japaner zurückverkauft. Damit war bereits zu erwarten, dass der Ford-Absatz 2008 deutlich fiel.
Für Ford reicht es 2008 also noch für Platz fünf. Ursachen: Auch der traditionell größte Anteil, der US-Absatz von Ford, ist 2008 gegnüber 2007 von 2,507 auf 1,988 Millionen Einheiten um fast 21 Prozent zurückgegangen. Allein auf Basis dieses Rückgangs hat der Ford-Absatz 2008 klar unter dem des Volkswagen-Konzerns und hinter Renault-Nissan gelegen haben. Zudem reduzierte sich Fords Europaabsatz von 1,918 Millionen in 2007 um weitere fast 117.000 Autos auf aktuell noch 1,784 Millionen Einheiten.
Chrysler fällt aus der Top Ten
Neben GM und Ford gehört Chrysler zu den grüößten verlierern des Absatz-Rankings: 2007 noch mit 2,676 Millionen weltweit verkauften Autos auf Platz neun, wurden die Amerikaner aufgrund ihrer massiven Absatzverluste auf 2,010 Millionen Fahrzeuge in 2008 zwischenzeitlich sogar vom Ex-Partner aus Stuttgart überholt. Dabei konnte Daimler 2008 selbst auch keine Zuwächse verzeichnen. Fiat und Suzuki schoben sich auch vor den Konzern mit Sitz in Auburn Hills in Michigan.
Europa: 2008 mit Absatzverlusten für GM und Toyota
GM verkaufte in Europa zum dritten Mal in Folge 2008 über zwei Millionen Einheiten, genau 2,04 Millionen, minus 6,5 Prozent (2007: 2,17 Millionen Einheiten), davon erstmals mehr als 500.000 Chevrolet; Opel konnte in Mittel- und Osteuropa um 13 Prozent zulegen. GM erreichte in Europa dfamit nach eigenen Angaben 2008 einen Marktanteil von 9,3 Prozent. Auf dem europäischen Markt gab es “aufgrund der schwierigen Bedingungen” für Toyota nach 13 Jahren erstmals einen Absatzrückgang: 1,12 Millionen Einheiten sind ein Minus von zehn Prozent gegenüber 2007 mit 1,24 Millionen Autos.
Führungsduo schwächelt im jeweiligen Heimatmarkt
Insgesamt setzte GM 5,37 Millionen Autos außerhalb der USA ab, rund 64 Prozent des Gesamtabsatzes, verglichen mit 59 Prozent im Vorjahr. Toyota verkaufte 2007 außerhalb Japans rund 7,1 Millionen Einheiten oder gut 76 Prozent, auf dem Heimatmarkt waren es rund 2,26 Millionen Einheiten; 2008 fiel der Absatz außerhalb japan um vier Prozent auf 6,819 millionen Einheiten, der Absatz im Land der aufgehenden Sonne um fünf Prozent auf nun 2,153 Millionen Einheiten. Allein die Verkäufe der Marken Toyota und Lexus sanken 2008 in Japan um sieben Prozent von 1,59 (minus sechs Prozent gegenüber 2006) auf nun 1,47 Millionen Einheiten.
Toyota: 2009/2010 im Minus
Im Jahr 2007 hatte GM noch zum dritten Mal in Folge mit 9,370 Millionen Fahrzeugen (plus drei Prozent gegenüber dem Vorjahr 2006) über neun Millionen Einheiten verkauft, Toyota verfehlte 2007 ebenfalls mit gerundet 9,370 Millionen Einheiten die Übernahme der Pole Position beim globalen Absatz nur um Haaresbreite. Geplant waren für das Kalenderjahr 2007 von Toyota 9,850 Millionen Verkäufe gewesen. In ihrem damaligen Geschäftsjahr 2007/2008 (1. April bis 31. März) kamen die Japaner dann sogar nur auf 8,913 Millionen verkaufte Fahrzeuge.
2008 ist Toyota nun erstmals an der Spitze. Doch für das kommende Geschäftsjahr 2009/2010 (31. März) rechnet der größte Automobilbauer mit einem Rückgang seines Fahrzeugabsatzes auf nur etwas mehr als sieben Millionen Einheiten. Das wären sieben Prozent weniger als die bereits von 8,24 auf 7,54 Millionen Einheiten reduzierte Prognose für das noch bis Ende März 2009 laufende Geschäftsjahr 2008/2009. Für das Kalenderjahr 2009 hat Toyota sogar aufgrund der sich ständig verändernden Situation auf den wichtigsten Weltmärkten gänzlich von einer Verkaufsprognose abgesehen.




