GM ist insolvent
General Motors, einst größter Automobilhersteller der Welt, hat am Montag, den 1. Juni 2009, einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 gestellt. Das Unternehmen aus Detroit reichte den Antrag bei einem Gericht in Manhattan ein.

Die Mehrheit der Anleihe-Gläubiger des angeschlagenen US-Automobilherstellers General Motors (GM) hatten offenbar zuvor einer Umwandlung der Anleihen in Anteile am neuen GM-Konzern zugestimmt und machen den Weg damit frei für eine beschleunigtes Insolvenzverfahren von GM.Es wäre nach Einschätzung von Beobachtern das bisher bei weitem komplizierteste und in seiner Art größte in der US-Geschichte.
General Motors schuldet den Anleihe-Gläubigern insgesamt 27 Milliarden US-Dollar und legte in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem US-Finanzministerium ein verbessertes Angebot für die Anleihe-Gläubiger vor. Am vergangenen Mittwoch war das erste Angebot am Widerstand der Gläubiger gescheitert: Es hatte vorgesehen, dass sie gegen einen Verzicht auf 27 Milliarden US-Dollar Ausstände einen Anteil von zehn Prozent an einer neuen GM bekommen sollen.
Das nachgebesserte Angebot sieht einen Zehn-Prozent-Anteil an einem umgebauten GM-Konzern vor, mit der Option, diesen später auf 25 Prozent aufzustocken. Zuvor hatten bereits Gläubiger im Besitz von rund 35 Prozent der GM-Anleihen ihre Zustimmung signalisiert. Die Zustimmung der Anleihe-Gläubiger und die bereits von der Gewerkschaft akzeptierten Einschnitte dürften die Restrukturierung von GM innerhalb der Insolvenz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts erleichtern und beschleunigen. Denn je mehr Gläubiger die US-Regierung und GM vor Beginn des Insolvenzverfahrens auf eine Linie bringt, desto höher sollen die Chancen auf einen schnellen Abschluss des Insolvenzverfahrens stehen.
Die Gläubiger könnten sich dann einer Restrukturierung von GM während des Gläubigerschutzes nicht mehr widersetzen. Nach Berichten in US-Medien könnte GM bereits nach 60 bis 90 Tagen wieder aus der Insolvenz entlassen werden. In dieser “Blitzinsolvenz” soll der gut 100 Jahre alte Konzern zunächst praktisch verstaatlicht werden und sich – geschützt vor dem Zugriff der Gläubiger – gesundschrumpfen.
Die US-Regierung hatte dem Konzern bis zum 1. Juni ein Ultimatum gestellt: Die Konzernführung sollte entweder einen Sanierungsplan vorlegen oder das Unternehmen würde in die geordnete Insolvenz geführt. Die US-Regierung soll nun wie angekündigt einen Kontrollanteil der GM-Anteile übernehmen. Etwa 12,5 Prozent werden von Kanada übernommen. Zudem wird Kanada Finanzhilfen über 9,5 Milliarden US-Dollar und die US-Regierung weitere 30 Milliarden US-Dollar für die Restrukturierung bereitstellen. Damit belaufen sich die US-Regierungshilfen für GM auf insgesamt 50 Milliarden US-Dollar , nachdem zuvor bereits 20 Milliarden US-Dollar gezahlt worden waren.




