Opel und Magna rechnen
Magna und Opel rechnen die Produktionsvolumina aller europäischen Werke durch. Besonders gefährdet seien die Fabriken im belgischen Antwerpen, in Bochum und im englischen Luton, sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Laut Franz könnten etwa 10 000 der insgesamt rund 50 000 Stellen in Europa gefährdet sein.
In Bochum wolle Magna voraussichtlich rund 2000 der 5000 Stellen streichen, so der Betriebsratschef. In den nächsten Jahren solle der Autoabsatz von Opel um 50 Prozent auf zwei Millionen Einheiten gesteigert werden. Dabei darf Opel laut der Vereinbarung mit GM keine Autos nach Asien und Nordamerika verkaufen. „Darüber werden wir aber verhandeln müssen“, erklärte Franz gegenüber der FAZ. Denn Ziel sei es, Opel zu einer globalen Marke auszubauen.
Die bisherige Europazentrale von GM in Zürich wird geschlossen und nach Rüsselsheim verlegt. „Das ist ein wichtiges Symbol“, sagte Franz. Am Schweizer Konzernsitz arbeiten derzeit nur rund 100 Personen. Der bisherige GM-Europachef Carl-Peter Forster wurde zum Opel-Chef ernannt.
Gestern hatten Opel und Magna die Mitarbeiter in Rüsselsheim und die Beschäftigten der restlichen europäischen Standorte per Videoübertrag in einer außerordentlichen Betriebsversammlung über die aktuelle Situation informiert. Nach den Worten von Magna-Chef Siegfried Wolf soll der Übernahmevertrag in vier bis fünf Wochen unterzeichnet werden.
Der rechtliche Abschluss der Übernahme – das sogenannte Closing – ist laut Wolf für September geplant. Bisher gibt es nur eine drei Seiten umfassende Absichtserklärung zur Übernahme mit dem ehemaligen Haupteigentümer General Motors (GM). Die Verhandlungen mit Magna befinden sich laut Regierungssprecher Ulrich Wilhelm derzeit nur im Stadium eines Vorvertrages.




