Abwrackprämien lassen Pkw-Verkäufe in Europa im Juni 2009 steigen
Dank der Einführung von Abwrackprämien in zahlreichen Ländern sind die Autoverkäufe in Europa im Juni 2009 laut Europäischem Herstellerverband ACEA erstmals seit über einem Jahr wieder gestiegen. In den ersten sechs Monaten des Jahres lag der Absatz allerdings immer noch um elf Prozent unter Vorjahresniveau.
Es erhöhte sich die Zahl der verkauften Neuwagen in Europa um 2,4 Prozent nun auf 1,46 Millionen Einheiten. Damit verzeichneten die 27 Staaten der Europäischen Union (EU) sowie Island, Norwegen und der Schweiz (EFTA) zusammengenommen im Juni 2009 den ersten Anstieg nach dreizehn Rückgängen in Folge, wie der ACEA mitteilt. Auch über Europa hinaus zeigen sich laut dem deutschen Verband der Automobilindustrie (VDA) bei den Pkw-Absätzen Anzeichen für eine Stabilisierung.
Pkw-Neuzulassungen in Europa 1.-6.2009 nach Märkten (EU*, EFTA)
Quelle: ACEA
Die Pkw-Verkäufe in Westeuropa legten im Juni auf Jahressicht 4,6 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge zu. Dabei verzeichneten vor allem die Länder mit einer Abwrackprämie einen Anstieg. Stärkste Zuwächse gab es in Deutschland mit plus 40,5 Prozent, in Italien mit plus 12,4 Prozent, in Frankreich mit plus sieben und Österreich mit plus vier Prozent.
In Spanien mit minus 15,9 und Großbritannien mit minus 15,7 Prozent wurde der Rückgang bei den Autoverkäufen durch die Prämien zumindest abgebremst, heißt es beim ACEA. In den neuen EU-Ländern wurden gut ein Viertel weniger Autos verkauft.
Pkw-Neuzulassungen in Europa 1.-6.2009 nach Herstellern (EU*, EFTA)
Quelle: ACEA
Von dem Verkaufsplus in Deutschland konnten nicht alle einheimischen OEMs profitieren. Volkswagen verkaufte im Juni europaweit gut zehn Prozent mehr. Die Verkäufe bei Daimler gingen dagegen um knapp drei Prozent zurück, BMW setzte sogar elf Prozent weniger ab.
Der VDA sieht im Juni auch weltweit bei den Pkw-Neuzulassungen zunehmend Stabilisierungsanzeichen. Neben dem Anziehen der Nachfrage durch die Anreiz-Programme in Westeuropa konnten auch in China, Brasilien und Indien die Absatzzahlen gesteigert werden. Damit habe sich die seit einigen Monaten abzeichnende Bodenbildung verfestigt, eine durchgreifende Erholung lasse sich jedoch daraus noch nicht ableiten, hieß es aus Frankfurt.
Als besonders erfreulich bezeichnete der VDA die Marktsituation in China. Gestützt durch staatliche Kaufanreize und eine anziehende inländische Wirtschaft sei die Pkw-Nachfrage im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent in die Höhe geschnellt. Im ersten Halbjahr lag der Absatz um 19 Prozent über dem Vorjahresniveau bei 3,6 Millionen Wagen. In Indien stieg die Nachfrage im Juni auf Jahressicht um gut acht Prozent und legte im ersten Halbjahr drei Prozent zu.
Auf dem russischen Automobilmarkt zeichnet sich dem VDA zufolge aber noch kein Ende der Talfahrt ab. Im Juni sackte der Absatz von Pkw um 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den USA war im Juni eine leichte Verlangsamung des Nachfragerückgangs zu verzeichnen, die Verkäufe von Light Vehicles sanken auf Jahressicht um 28 Prozent auf 857.600 Fahrzeuge. In den Vormonaten erreichte das Minus jeweils deutlich über 30 Prozent.








