GM ist raus aus der Insolvenz
Nach nur 40 Tagen verläßt der US-Autobauer bereits wieder das Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz nach Chapter 11.
Die neue General Motors Company nahm heute, am 10. Juli ihre Geschäftstätigkeit, mit einer neuen Gesellschaftsstruktur und einer gestärkten Bilanz. “Der heutige Tag markiert einen Neustart für GM, einen Start der es allen Mitarbeitern , auch mir, erlaubt, sich wieder den eigentlichen Kernaufgaben zu widmen, nämlich der Entwicklung, Konstruktion, Hersteluung undes Verkaufs von Pkw und Nutzfahrzeugen, die unsere Kunden brauchen” unterstrich der alte und neue GM-Boss Fritz Henderson. Der President und CEO bedankte sich ausdrücklich für die Unterstützung und die Opfer, die während des Restrukturierungsprozesses erbracht wurden.
GM ist damit, wie mehrfach in Aussicht gestellt, ein schneller Ausstieg aus der Insolvenz gelungen, heißt es dazu bei der Nachrichtenagentur Dow Jones. Angemeldet worden war die Insolvenz am 1. Juni – mit Verbindlichkeiten von insgesamt 176,4 Milliarden US-Dollar. Die US-Regierung hatte ursprünglich erwartet, dass das Insolvenzverfahren bis zu 90 Tage in Anspruch nehmen könnte. Bei der “neuen” GM verbleiben noch rund 48 Milliarden US-Dollar an Schulden.
Das Augenmerk werde die “neue” GM nun auf Kunden, Pkw und Unternehmenskultur richten, sagte Henderson. Die Gesellschaft werde hart daran arbeiten, das in sie gesetzte Vertrauen auch zu rechtfertigen. GM werde auch die Staatsgelder “deutlich” vor 2015 zurückzahlen. Insgesamt hat die US-Regierung unter Präsident Obama rund 50 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen gepumpt. Das US-Finanzministerium ist denn mit 60,8 Prozent auch der größte Aktionär der neuen GM.
Das US-Unternehmen hatte bereits am 6. Juli 2009 einen wesentlichen Schritt zum Verlassen des Insolvenz-Statuses erledigt: Richter Robert E. Gerber vom US-Gericht für den Southern District of New York hatte zuvor dem Verkauf nahezu aller wesentlichen Vermögensgegenstände der General Motors Corporation an eine neu gegründete Gesellschaft namens NGMCO, Inc., die durch das US Finanzministerium finanziert wird, zugestimmt.
Im Zusammenhang mit dem Abschluss des Verkaufs wurde NGMCO, Inc. sogleich in General Motors Company umbenannt und soll unter den historischen Unternehmens- und Untermarken von General Motors weitergeführt werden. Die Bewilligung war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem unabhängigen neuen GM.
Das neue Unternehmen soll die stärksten GM-Geschäftsteile erwerben und eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur aufbauen, nicht zuletzt dank der kürzlich erzielten Vereinbarungen mit den amerikanischen und kanadischen Automobilgewerkschaften UAW und CAW. Das neue GM startet mit einer reduzierten Fremdkapitalquote und einer stärkeren Bilanz, was es dem Unternehmen ermöglicht, Risiken zu begrenzen, bereits bei niedrigerem Verkaufsvolumen profitabel zu operieren, sowie die Gewinnschwelle deutlich früher zu erreichen. Zudem können neue Investitionen in wichtige Technologie- und Produktentwicklungen getätigt werden.
Die internationalen GM-Tochterunternehmen außerhalb der USA werden von dem neuen Unternehmen erworben und ihren Betrieb wie gewohnt fortsetzen. Das neue GM wird seinen Sitz in Detroit haben und von Fritz Henderson als Präsident und Chief Executive Officer und Edward E. Whiteacre, Jr. als Vorsitzendem des Aufsichtsrats geführt werden.
“Eine gesunde amerikanische Autoindustrie bleibt für die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung. Wir sind dankbar für die Unterstützung, die GM von den Bundes- und Landesregierungen in den USA, Kanada und der Provinz Ontario sowie den Steuerzahlern erhalten hat. Wir bedanken uns auch bei den vielen Menschen, die individuelle Opfer erbracht haben. Wir befinden uns in äußerst schwierigen Zeiten und mussten harte Entscheidungen treffen, um einige der Probleme anzugehen, die unser Geschäft schon seit Jahrzehnten belasten. Es liegt jetzt in unserer Verantwortung, dieses Geschäft zu sanieren und das Unternehmen unverzüglich zum Erfolg zu führen”, sagte Henderson.
Das Stammkapital des neuen GM teilt sich wie folgt auf:
* US-Finanzminsterium: 60,8 Prozent
* UAW Retiree Medical Benefits Trust: 17,5 Prozent
* Bundesregierungen von Kanada und Landesregierung von Ontario: 11,7 Prozent
* Alte GM: 10 Prozent
Außerdem werden das alte GM und der UAW Retiree Medical Benefits Trust Optionen auf 15 respektive 2,5 Prozent der Anteile an der neuen GM halten.




