Drei Fragen an Dr. Dagobert Achatz, Leiter Betrieblicher Umweltschutz

15.09.2009, 12:56 Uhr

Herr Dr. Achatz, der Steuerkreis Ökologie beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema ‚Integrierte Produktpolitik’. Was sind die Zielsetzungen?
18-01Ein effizienter Umweltschutz muss den ganzen Lebensweg eines Produkts einbeziehen. Rohstoffeinsatz, Energieverbrauch und Emissionen hängen davon ab, wie ein Produkt entwickelt, produziert, genutzt und entsorgt wird. Aus diesen Gründen bewerten wir im Audi-Umweltschutz künftige Fertigungsverfahren und wirken bereits in der Planungsphase auf möglichst umweltverträgliche Prozessabläufe hin. Ökobilanzen und ein Materialbewertungs-Team sind Instrumente, die diese Zielsetzung unterstützen.

Was sind die wichtigsten Projekte des Umweltschutzes im Audi-Werk Ingolstadt in diesem und im nächsten Jahr?
Die sogenannten ‚low hanging fruits‘ sind bereits geerntet. Es geht nun vor allem darum, längerfristig angelegte Projekte in Angriff zu nehmen. Ich denke da etwa an die Vision einer emissions- beziehungsweise abwasserfreien Fabrik. Auch das Thema Biodiversität wird weiterhin oben auf unserer Tagesordnung stehen. Dabei schaue ich insbesondere auf das von Audi bereits gestartete internationale Waldprojekt. Hier haben wir in Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten und dem Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der TU München in einem ersten Schritt in der Nähe von Ingolstadt mit der Wiederaufforstung einer Waldfläche begonnen. Wir wollen damit den ehemaligen, vom Sturm zerstörten Fichtenbestand durch einen stabilen, ökologisch hochwertigen Laubwald ersetzen. Dieses Projekt wollen wir bald international ausweiten.

Wo sind mit Blick auf die Rohstoff- und Energiereduzierung noch Wünsche offen bzw. noch ‚Hausaufgaben’ unerledigt?
Im Rahmen der geplanten Reduktion der CO2-Emissionen am Standort ist die Nutzung regenerativer Energien eine große Herausforderung. Untersuchungen dazu laufen derzeit. Vor allem beim Bau neuer Hallen und Fertigungsanlagen lassen sich innovative, energiesparende Technologien verwirklichen. So wurden zum Beispiel im Karosseriebau neue Fügeverfahren mit elektromotorischen Schweißzangen eingeführt.
Das Interview führte Tina Rumpelt

 

 

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