GM verkauft Opel an Magna – Schlechte Nachricht für Werk Antwerpen
Nach monatelangen Verhandlungen geht Opel an einen neuen Eigentümer. General Motors verkauft den deutschen Autohersteller an ein Konsortium aus dem kanadischen Autozulieferer Magna und der staatlichen russischen Sberbank. Das haben der Verwaltungsrat des US-Konzerns und die Opel-Treuhandgesellschaft als Haupteigentümerin entschieden. Allerdings ohne Zustimmung der beiden von der Bundesregierung entsandten unabhängigen Vertreter.Sie äußerten am Abend erhebliche Zweifel an der Tragfähigkeit des Konzeptes und den Chancen von Opel. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dagegen, sie freue sich „außerordentlich“ über die Einigung. Der Opel-Betriebsrat, die IG Metall und die Ministerpräsidenten der vier Opel-Länder begrüßten die Entscheidung. Mit dem Votum für Magna schwenkte GM erst in letzter Minute auf die von der Bundesregierung, den Bundesländern und dem Betriebsrat bevorzugte Lösung ein.
Bund und Länder stellen für den Verkauf an Magna einen Kredit über insgesamt 4,5 Milliarden Euro zur Verfügung, zu dem später auch die anderen europäischen Länder mit Opel-Standorten beitragen sollen. Wie GM mitteilte, sind zur Finanzierung aber noch „Schlüsselfragen“ offen. Diese sollten in den nächsten Wochen geklärt werden, um eine endgültige Einigung zu erzielen und den Vertrag unterschriftsreif zu machen.
Das Konsortium um Magna bringt bei Opel 500 Millionen Euro Kapital ein und erhält dafür 55 Prozent der Anteile. Weitere 35 Prozent bleiben bei GM; zehn Prozent gehen an die Beschäftigten – im Gegenzug für einen Lohnverzicht von rund 1,5 Milliarden Euro über fünf Jahre. Geplant ist der Abbau von rund 10 000 der 50 000 Arbeitsplätze von Opel in Europa ohne betriebsbedingte Kündigungen; in Deutschland sind es etwa 3000 von 10 000 Stellen. Alle vier Standorte in Deutschland bleiben; das Werk Antwerpen wird wohl geschlossen




