Entzieht VW Magna die Boxster-Produktion?
Nach einem Bericht des Manager Magazins macht Europas größter Autobauer seine Drohung wahr: Der Zulieferer darf nun doch nicht ab 2012 den Porsche Boxster bauen. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch bestraft damit Magna für die Opel-Übernahme. Profitieren könnte jedoch Karmann. Der Wolfsburger Konzern erwägt, den Porsche Boxster ab 2012 doch nicht im Magna-Werk in Graz bauen zu lassen, so der Bericht. Personen aus dem Umfeld der Konzerne bestätigten daraufhin die Überlegungen.
Der Auftrag für das Einstiegsmodell des Stuttgarter Sportwagenbauers könnte dem Bericht zufolge statt an Magna an den insolventen Osnabrücker Konkurrenten Karmann gehen. Damit würde Volkswagen erste Konsequenzen aus Magnas Bestrebungen ziehen, sich in einen Automobilkonzern zu wandeln.
Ein Porsche-Sprecher sagte: “Wir verfolgen die Verhandlungen mit Magna sehr genau. Bisher haben wir aber noch keine Entscheidung darüber getroffen, welche Konsequenzen deren Ausgang für uns haben könnte.”
Auch die Wolfsburger hielten sich bedeckt: “VW hat schon vor einiger Zeit deutlich gemacht, dass wir die Geschäftsbeziehungen zu Magna überprüfen. Hier liegen noch keine Ergebnisse oder Entscheidungen vor. Im Übrigen ist die Frage, wo der neue Porsche Boxster produziert wird, Angelegenheit der Porsche AG”, sagte ein Konzernsprecher den Medien.
VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte Magna jüngst damit gedroht, Aufträge abzuziehen. “Wir als Konzern mögen es nicht, wenn aus unseren Zulieferanten unsere Konkurrenten werden”, hatte er auf der Automobilschau IAA gesagt.
Auch BMW fürchtet Interessenkonflikte bei Magna. Der in der Branche gut vernetzte Zulieferer könnte dem Rivalen Opel Entwicklungsgeheimnisse verraten. Magna hat angekündigt, das Zuliefergeschäft strikt vom Automobilbau trennen zu wollen und sucht das Gespräch mit seinen Kunden, um die Vorbehalte auszuräumen.
Der Stuttgarter Sportwagenbauer hatte den langen Machtkampf mit VW verloren und soll als zehnte Marke in den Konzern integriert werden. Porsche soll zwar operativ weiter eigenständig agieren. Wichtige strategische Entscheidungen dürften künftig aber in Wolfsburg fallen.




