Gestamp kauft Edschas Karosserie-Geschäft
Spanier bekommen den Zuschlag für die Geschäftseinheit Karosserieprodukte von Edscha. Insolvenzverwalter Dr. Jörg Nerlich erhält vom Gläubigerausschuss grünes Licht zur Unterzeichnung des ausgehandelten Vertrages.

Scharnier-Spezialist Edscha Gruppe verkauft sein Karosserie-Geschäft an den spanischen Zulieferer Gestamp Automoción. Bild: Edscha
Den Verkauf der Geschäftseinheit Karosserieprodukte an den spanischen Automobilzulieferer Gestamp Automoción konnte jetzt Edschas Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Jörg Nerlich von der Kanzlei GÖRG Rechtsanwälte, auf einer Sitzung des Gläubigerausschusses durchsetzen. Den Zuschlag hat Gestamp Automoción erhalten, weil das Angebot die breiteste Akzeptanz fand. Über die Inhalte des ausgehandelten und in der kommenden Woche notariell zu beglaubigenden Vertrages wurde Stillschweigen vereinbart. Gestamp Automoción hat 57 Standorte in 18 Ländern in Europa, Amerika sowie Asien. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2008 lag bei 2.310 Millionen Euro mit der Entwicklung und Fertigung von Metallkomponenten und Strukturbauteilen für Karosserien.
Weltweit sind in der Edscha-Geschäftseinheit Karosserieprodukte rund 4.100 Mitarbeiter beschäftigt, 1.400 davon an drei Standorten in Deutschland. Insgesamt erwirtschaftete die Geschäftseinheit im Geschäftsjahr 2007/2008 rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes der Edscha Gruppe von mehr als einer Milliarde Euro.
Zuvor waren mit der beauftragten Investmentbank UBS, dem M&A-Berater Ralf Schmitz von Ziems + Partner sowie dem Vertragsexperten Dr. Wolfgang König von GÖRG Rechtsanwälte mit mehreren Bietern unterschriftsreife Kaufverträge ausgehandelt, die im Gläubigerausschuss zur Abstimmung kamen.
Die Übernahme der Edscha-Geschäftseinheit Cabrio-Dachsysteme durch die Webasto AG steht noch unter den üblichen Vorbehalten der Kartellbehörden. In der Cabrio-Sparte beschäftigt Edscha rund 1.200 Mitarbeiter, davon 800 in Deutschland.
Der Vorstand der Edscha AG hatte bereits am 2. Februar 2009 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die europäischen Standorte der Edscha Gruppe gestellt. Daraufhin wurde Rechtsanwalt Dr. Jörg Nerlich zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Nerlich gelang es, bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Dies war eine wesentliche Voraussetzung, damit er gemeinsam mit dem Vorstand der Edscha AG das Unternehmen fortführen konnte.
Grund für den Insolvenzantrag waren die massiv rückläufigen Entwicklungen am weltweiten Automobilmarkt in Kombination mit einem deutlich verschlechterten Zugang zur Finanzierung auf den Kapitalmärkten.






