Opel-Sanierungskonzept „nicht besonders robust”

08.10.2009, 8:00 Uhr

Opel hat noch einen steinigen Weg vor sich. Wie das Handelsblatt berichtet, halten Gutachter Magnas Pläne zwar für tragfähig, warnen aber vor erheblichen Risiken

Magnas Opel-Rettungskonzept birgt einige Risiken (Bild: Opel)

Magnas Opel-Rettungskonzept birgt einige Risiken (Bild: Opel)

Opel ist noch nicht über den Berg. Laut dem Handelsblatt hat die Beratungsgesellschaft PwC im Konzept des designierten Opel-Eigners Magna erhebliche Risiken entdeckt. Die Berater kommen zu dem Ergebnis, dass die Absatzplanung eine große Herausforderung darstellt und ein „außerordentliches Risiko für Planverfehlungen” birgt.

Die Gesellschaft, die im Auftrag der Bundesregierung arbeitet, kommt daher zu dem Schluss, dass das Sanierungskonzept somit „nicht besonders robust”sei. Ein Haupt-Makel sei der fehlende Spielraum für Absatz-Abweichungen nach unten.

Grundsätzlich hält PwC den Plan aber für tragfähig. Trotz der erheblichen Bedenken bescheinigen die Berater von PwC Opel unter dem Strich „grundsätzliche Sanierungsfähigkeit”

Dies ist insofern wichtig, da ein positives Fortführungsgutachten der Berater Voraussetzung dafür ist, dass Staatshilfen an Opel fließen können.Die EU-Kommission will die Rettung Opels zudem nicht mit langwierigen Genehmigungsprozeduren behindern. Die Entscheidung über die geplanten Staatskredite für General Motors Europe werde in zwei bis vier Wochen fallen, hieß es gestern in Brüssel.

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes stuft den Fall mittlerweile als eine Rettungsbeihilfe im Zusammenhang mit der Finanzkrise ein. Damit wird es möglich, den Fall schnell und unbürokratisch abzuschließen. Die Bundesregierung muss die Opel-Beihilfe noch nicht einmal offiziell in Brüssel anmelden. „Wir prüfen nur informell”, hieß es in der Umgebung der EU-Kommissarin.

Schnelle finanzielle Hilfe könnte auch dringend nötig sein. Denn Magna rechnet laut internen Unterlagen in diesem Jahr mit einem schmerzlichen Einbruch des Opel-Absatzes auf nur noch 1,16 Mio. Fahrzeuge, nach 1,55 Mio. 2008. Ab 2010 soll der Absatz dann kontinuierlich steigen und 2012 wieder das Niveau von 2008 erreichen. 2014 will Magna schließlich die 1,6-Millionen-Marke erreichen.

Magna hatte sich unter den Opel-Bietern durchgesetzt und der Bundesregierung kürzlich ein Sanierungskonzept vorgelegt. Die Bundesregierung hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC damit beauftragt, das Konzept zu bewerten. Die Bewertung des Sanierungsplans ist für die Gewährung staatlicher Hilfen von Bedeutung. Insgesamt will die öffentliche Hand Magna mit Krediten über 4,5 Mrd. Euro unterstützen.

Die EU-Kommission und Länder wie Großbritannien, Belgien und Spanien haben Bedenken, dass die Kredite an den Erhalt deutscher Arbeitsplätze geknüpft sein könnten – zulasten anderer Standorte. Magna stellt als neuer Opel-Eigner das Werk im belgischen Antwerpen zur Disposition und will europaweit knapp 11 000 Stellen bei Opel abbauen, davon rund 6 000 außerhalb Deutschlands.

Der bisherige Opel-Mutterkonzern General Motors und der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna wollen den Opel-Kaufvertrag laut Unternehmenskreisen Anfang nächster Woche unterschreiben. Voraussetzung für die Vertragsunterzeichnung ist ein Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über deren finanzielle Zugeständnisse im Zuge der Übernahme. An den Arbeitnehmern werde der Deal nicht scheitern, hatte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz jüngst klargestellt. Umstritten war bis zuletzt, welche Mitbestimmungsrechte die Arbeitnehmer für ihren Anteil von zehn Prozent an „New Opel” erhalten. Endgültig über die Bühne ist der Opel-Verkauf aber erst mit dem Abschluss der Transaktion, der für Ende November erwartet wird

 
 

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