PSA will die Kooperation mit BMW ausweiten

26.10.2009, 10:39 Uhr

Wie das “Handelsblatt” berichtet, erwägen die Franzosen, größere Motoren von BMW zu beziehen und wollen die Zusammenarbeit auf weitere Bereiche ausdehnen. Das Ziel:  Der Konzern soll internationaler werden.

Der PSA-Konzern will die Kooperation mit BMW ausdehnen. (Bild: Peugeot)

Der PSA-Konzern will die Kooperation mit BMW ausdehnen. (Bild: Peugeot)

Lange wurde darüber gemutmaßt, nun scheinen sich die Gerüchte zu bewahrheiten. Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën will seine Zusammenarbeit mit BMW ausbauen. „Wir haben Expertengruppen eingerichtet, die derzeit an einer Vertiefung der Kooperation zu Benzinmotoren arbeiten”, sagte Konzernchef Philippe Varin bei einem Pressegespräch dem “Handelsblatt”.

Die Ausweitung der Kooperation würde durchaus Sinn ergeben. Für beide Seiten. Derzeit liefern die Franzosen BMW die Benzinmotoren für den Mini, den BMW entwickelt hat. Varin kann sich vorstellen, von BMW auch größere Aggregate zu beziehen. Im Gegenzug ist es vorstellbar, dass die Münchener Zugang zum neuen, kleinen 3-Zylinder-Turbo-Motor der Franzosen erhalten.

Laut Varin gibt es ferner Gespräche mit dem Münchener Autokonzern, die Zusammenarbeit auf andere Bereiche auszudehnen. „Ich rede mit BMW-Chef Reithofer auch über Dinge wie gemeinsame Komponenten oder Einkauf”, so Varin. Komponenten sind zum Beispiel Getriebe oder Klimaanlagen.

Varin will die zahlreichen Kooperationen von PSA Peugeot Citroen nutzen, um den Konzern internationaler aufzustellen, und bei neuen Trends, wie bei Elektro-Autos vorne mit dabei zu sein. So verkaufen die Franzosen ab 2010 das E-Auto Miev von Mitsubishi unter eigener Marke in Europa. Eine Vollfusion mit einem Hersteller schließt Varin aus, denn das lassen die Großaktionäre, die Familie Peugeot, nicht zu. „Wir wollen unsere Unabhängigkeit bewahren”, so Varin.
Mit Blick auf den eigenen Beteiligungsbesitz zeigt sich der Peugeot-Chef dagegen flexibler. Dem Konzern gehören derzeit 70 Prozent des Zulieferers Faurecia. „Faurecia sollte sich strategisch in der Welt entwickeln”, erklärte Varin; sprich, Allianzen und Fusionen angehen und damit aktiv an der Konsolidierung der Autozulieferbranche teilnehmen. Sollte dabei die Faurecia eine Kapitalerhöhung begeben müssen, um eine Übernahme zu bezahlen, ist Varin bereit, den PSA-Anteil verwässern zu lassen auch bis unterhalb der Mehrheitsschwelle: Mit Blick auf den Faurecia-Anteil „gibt es keine magische Ziffer”, erklärte er.
Am Mittwoch hatte PSA seine Halbjahreszahlen bekannt gegeben. Im dritten Quartal war der Umsatz um 7,7 Prozent gefallen, mit Blick auf die vergangenen neun Monate ergibt sich damit ein Rückgang von 17,6 Prozent. Im Gesamtjahr würde der Konzern auf Niveau des Gewinns vor Zinsen und Steuern einen Verlust von einer bis 1,5 Mrd. Euro machen, „vermutlich liegt der Wert näher an einer Milliarde Euro”, sagte Varin.
Er wollte keine Prognose dazu abgeben, wann der Konzern wieder in die schwarzen Zahlen kommt. Dazu seien zu viele Marktparameter in Bewegung; er verwies auf die gesenkte Abwrackprämie in Frankreich und das Ende der Subvention in Deutschland.
Varin rechnet für den deutschen Markt im nächsten Jahr mit einem Rückgang des Gesamtmarktes von „25 bis 30 Prozent”. PSA hatte mit seinen Kleinwagen zu den Gewinnern der Abwrackprämie gezählt, in Deutschland konnten die Konzernmarken Peugeot und Citroen ihren Marktanteil von 5,4 auf 6,7 Prozent ausbauen.

 

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