Volvo: Akustik-Design in neuem Labor

05.10.2009, 12:24 Uhr

Die Entwicklung des eigenen, ganz speziellen Sounds für Fahrzeuge aller Art, das so genannte Akustik-Design oder Sound Engineering, gewinnt in der gesamten Automobilindustrie immer mehr an Bedeutung. Entsprechend dieser Anforderungen optimiert auch Volvo den Sound seiner Fahrzeuge für ein Maximum an Komfort und Sicherheit. Dazu wurde jetzt ein neues Akustik-Labor im Werk Torslanda in Göteborg in Betrieb genommen.

Hier arbeiten die Experten der schwedischen Premium-Marke am einzigartigen „skandinavischen Sound” für die gesamte Volvo Modellpalette. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Entwicklung des richtigen Sounds für das neue Volvo Plug-in-Hybridmodell dar, dessen Serienfertigung bereits 2012 startet. Denn noch ist offen, wie leise ein Pkw überhaupt sein darf.
Das Labor ist Teil des NVH Centers (Noise, Vibration and Harshness) in Torslanda, wo 60 Experten am perfekten Sound für die Volvo Modelle arbeiten. Die neue 330 Quadratmeter große Testkammer ist vollständig gegen Außengeräusche und Vibrationen abgeschirmt und bietet damit beste Bedingungen für die Soundentwicklung. Hier können front- und allradgetriebene Fahrzeuge mit einer Leistung bis zu 408 PS (300 kW) bei Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h getestet werden. „Unsere Arbeit konzentriert sich vor allem darauf, den besten Akustik-Komfort für die Passagiere zu schaffen, denn der ist Käufern von Premium-Fahrzeugen besonders wichtig”, erläutert NVH-Manager Johan Stenson.

Sound-Entwicklung in drei Stufen
Die Entwicklung des perfekten Sounds ist unterteilt in drei Stufen. Dabei geht es zunächst um die Beseitigung irritierender Geräusche wie Quietschen, Klappern, das Poltern auf der Fahrbahn oder Windgeräusche. Dies geschieht auch deshalb, damit die Wahrnehmung aller informierenden Geräusche wie beispielsweise das Laufen des Motors oder der „Klick” diverser Kontrollfunktionen nicht gestört wird. Und schließlich geht es um das Design typischer Sounds. Dazu zählen beispielsweise das Laufen des Triebwerks oder das Schließen der Fahrzeugtüren.
„Das akustische Design gewinnt im Automobilbereich zunehmend an Bedeutung, und für uns geht es darum, den typischen `Volvo Sound` erfahrbar zu machen”, betont Stenson. „Ziel ist es, den typischen `skandinavischen Soundkomfort` zu kreieren. Dieser muss zur Marke passen, und natürlich achten wir auch hierbei auf die Volvo Kernwerte”, erläutert Stenson.
Sicherheit durch den richtigen Sound
So geht es für die Experten bei der Entwicklung des Motorensounds um die perfekte Balance. Bei gleich bleibender Geschwindigkeit soll der Motor ein angenehmes und entspanntes Geräusch produzieren. Gleichzeitig muss bei der Vollgas-Beschleunigung ein deutlicher Unterschied hörbar werden, damit der Fahrer nicht seine intuitive Verbindung mit dem Fahrzeug verliert. Stenson ist überzeugt, dass die Erforschung und Entwicklung eines beeindruckenden Motorengeräuschs in Zukunft bei der Insassensicherheit eine große Rolle spielen kann.
Wie leise darf der Elektroantrieb sein?
Zu den besonderen Herausforderungen der Akustik-Experten zählt die Markteinführung des ersten Plug-in-Hybridfahrzeugs von Volvo im Jahr 2012, das über einen Elektromotor in Kombination mit einem Dieselantrieb verfügt. Im Elektrobetrieb fährt das Fahrzeug nahezu geräuschlos, wodurch sich die Wahrnehmung möglicherweise irritierender Geräusche verstärkt. Zugleich hat der Elektroantrieb auch Einfluss auf die allgemeine Verkehrssicherheit, denn es muss zum Beispiel für Fußgänger weiterhin möglich sein, ein herannahendes Fahrzeug zu hören. In den meisten Ländern wird es diesbezüglich Rechtsvorschriften geben, und in einigen US-Bundesstaaten existieren bereits entsprechende Gesetze. In Europa wird aktuell darüber diskutiert, wie leise ein Fahrzeug überhaupt sein darf. „Wie wird sich unser Plug-in-Hybridmodell anhören? Bislang haben wir dazu noch keine Erfahrungswerte und kein Datenmaterial. Aber wir werden sehr bald mit Untersuchungen und ersten Tests starten”, sagt Stenson.

 
 

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