Kein Porsche bei Magna
Die Hiobsbotschaften für Magna reißen nicht ab. Wie die “Financial Times Deutschland” und die Nachrichtenagentur “Reuters” übereinstimmend berichten, will Porsche dem kanadisch-österreichischen Zulieferer einen Großauftrag entziehen: Die wichtigen Modelle Boxster und Cayman sollen nicht wie geplant bei dem früheren Opel-Interessenten gebaut werden. Profitieren könnte die künftige Porsche-Schwester Karmann.
Jetzt kommt es knüppeldick für Magna. Erst lässt GM in letzter Sekunde den Verkauf von Opel platzen und nun droht auch noch der Verlust eines Großauftrages: Porsche will im Zuge der geplanten Übernahme von Teilen des insolventen Zulieferers Karmann durch VW einen großen Liefervertrag mit Magna beenden. “Wir führen Gespräche”, so ein Unternehmenssprecher.
Porsche wolle an dem Auftrag für den österreichisch-kanadischen Konzern zur Produktion der Sportwagen Cayman und Boxster nicht mehr festhalten, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur “Reuters”. Österreichische Medien berichteten, der Auftragsentzug sei bereits ausgemachte Sache. Volkswagen wollte sich dazu nicht äußern.
Großer Profiteuer könnte der insolvente Auftragsfertiger Karmann werden. In Osnabrück will VW künftig wieder eine Fahrzeugproduktion ansiedeln. Dort könnten dann möglicherweise der Cayman und der Boxster produziert werden. Darüber wird schon seit längerem spekuliert. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte diese Variante ins Spiel gebracht.
Der künftig zu VW gehörende Sportwagenbauer hatte im vergangenen Jahr entschieden, 2012 die Produktion der beiden Modelle vom finnischen Auftragsfertiger Valmet nach Österreich zu Magna zu verlagern. Allerdings hatte VW zuletzt damit gedroht, Magna Aufträge zu entziehen, sollte der Konzern Opel übernehmen. Dies ist allerdings hinfällig, da General Motors seine deutsche Tochter doch behält und selbst sanieren will.
Mit dem Engagement für Karmann und den Autostandort Osnabrück war VW der im Konzern starken IG Metall sowie dem Land Niedersachsen entgegen gekommen. Wulff stammt aus der Karmann-Stadt und hatte dem Konzern bei der Abwehr der Porsche-Attacke geholfen.
Das Land hält eine Sperrminorität von 20 Prozent an VW. Als Gefälligkeit habe VW-Patriarch Ferdinand Piëch das finanziell überschaubare Karmann-Engagement genehmigt, sagen Branchenexperten. Nach der gescheiterten Übernahme von Volkswagen soll Porsche 2011 als zehnte Marke in den Wolfsburger Konzern integriert werden.





