Renault baut E-Auto ab 2012
Renault wird ab 2012 sein erstes Elektroauto in der Kompaktklasse im Werk Flins bei Paris produzieren. Ebenso wie die Batterien. Das Joint Venture zwischen Renault, Nissan, dem CEA und dem F.S.I. übernimmt die Entwicklung, Produktion und Wiederaufbereitung von Batterien für Elektrofahrzeuge. Da die Akkus allen Automobilherstellern angeboten werden sollen, plant die Renault-Nissan-Allianz weitere Batterie-Fertigungsstätten in Großbritannien und Portugal.

Neben dem E-Auto will Renault-Nissan auch die Batterien in Flins herstellen. Die sollen dann allen Herstellern angeboten werden. (Bild: Renault)
Das Werk Flins, in dem die Modelle Clio und Clio Campus gebaut werden, ist auf die Fertigung von Kompaktmodellen spezialisiert. Darüber hinaus hat sich Renault für die Produktion in der Nähe der europäischen Absatzmärkte entschieden, was die Transportwege entscheidend verkürzt. In Flins wird auch eine Fertigungslinie für die Batterien und ihr Recycling entstehen. Renault rechnet damit, dass zwei Drittel der Verkäufe von Elektroautos auf das neue Kompaktmodell entfallen werden.
Frankreich steht im Mittelpunkt der Renault „Null Emissionen”-Strategie: Die neuen Elektroautos werden im Technocentre in Guyancourt entwickelt. Zudem hat Renault mit Nissan, der CEA (Commissariat à l’Energie Atomique) und der F.S.I. (Fonds Stratégique d’Investissement) eine Absichtserklärung unterzeichnet: Ziel ist ein französisches Joint-Venture zur Entwicklung, Produktion und Wiederaufbereitung von Batterien für Elektrofahrzeuge.
Noch vor der Einführung des neuen kompakten Volumenmodells werden die ersten Renault Elektroautos, unter anderem die Limousine Fluence Z.E., 2011 in den Markt starten.
Bei den Batterien baut Renault auf strategische Allianzen: Die Renault-Nissan-Allianz und die CEA werden in das neue Projekt nachhaltig investieren und zudem ihr Know-how und die nötige Infrastruktur beisteuern. Der öffentliche Investmentfond F.S.I. wird sich mit 125 Millionen Euro beteiligen. Damit unterstreicht Frankreich seinen Willen, die Elektromobilität nachhaltig zu fördern. Weiterhin prüft die Europäische Investitionsbank (EIB) die Vergabe von Krediten in Höhe von bis zu 50 Prozent des Gesamtkreditvolumens von 280 Millionen Euro.
Das Joint Venture zwischen Renault, Nissan, dem CEA und dem F.S.I. übernimmt die Entwicklung, Produktion und Wiederaufbereitung von Batterien für Elektrofahrzeuge. Die Energiespeicher werden ab Mitte 2012 am Renault Standort Flins gefertigt, der 30 Kilometer westlich von Paris liegt. Angestrebt wird eine Produktionskapazität von jährlich 100.000 Batterien. Die geplanten Investitionen für die erste Projektphase belaufen sich auf 600 Millionen Euro.
Weiterhin ist geplant, die Batterien allen Automobilherstellern anzubieten, und die Renault-Nissan-Allianz wird weitere Batterie-Fertigungsstätten in Großbritannien und Portugal aufbauen. Die in Flins produzierten Batterien wird Renault auch für seine eigenen Elektroautos nutzen. Insbesondere für das neue Kompaktmodell, das auf der Studie Zoe Z.E. Concept basiert und das ebenfalls in Flins vom Band laufen wird. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung wird das Joint Venture weiterhin Recycling-Technologien zur Wiederaufbereitung der Altbatterien entwickeln.
Frankreich hat bereits mehrere Maßnahmen ergriffen, um die „Null Emissionen”-Mobilität zu fördern. Unter anderem wird durch öffentliche und private Ausschreibungen ein Absatz von 100.000 Elektrofahrzeugen bis 2015 garantiert. Darüber hinaus wird der Kauf eines Elektrofahrzeugs bis 2012 mit einem Bonus von 5.000 Euro gefördert. Zudem wird die Entwicklung der nötigen Infrastruktur mit Investitionen von 900 Millionen Euro durch den französischen Staat voran getrieben.
„Die Entwicklung des Elektroautos ist für die Regierung von größter Bedeutung”, betont der französische Industrieminister Christian Estrosi. „Indem die Automobilindustrie heute auf das Elektroauto setzt, wird sie morgen weiterhin wettbewerbsfähig sein. Das Engagement bei dem Projekt unterstreicht die feste Überzeugung des Staates, dass Umweltschonung und die Industrie insgesamt keine unvereinbaren Gegensätze sind. Dies gilt vor allem für die Automobilindustrie, die besonders zur Umweltschonung beitragen kann.”
„’Null Emissionen’-Mobilität kann ihr volles Potential nur durch die Zusammenarbeit von privater und öffentlicher Seite erreichen”, sagte Carlos Ghosn, CEO von Renault und Nissan. „Wir freuen uns über den Weitblick und das Engagement der französischen Regierung, der CEA und der F.S.I., gemeinsam mit der Renault-Nissan-Allianz in die ‚Null Emissionen’-Mobilität zu investieren.”
„Das Know-how bei CO2-reduzierter Energieproduktion und nachhaltigen Technologien machen die CEA zu einem Schlüsselpartner bei den Forschungsaufgaben des Joint Ventures”, fügt Bernard Bigot, CEO der CEA hinzu. „Unsere Partner können auf die volle Unterstützung der CEA-Forschungsteams zählen, um zum Marktführer bei Elektrofahrzeugen zu werden.”
„Der F.S.I. stabilisiert und stärkt die Automobilzulieferer”, so Gilles Michel, CEO der F.S.I. „Mit seiner Beteiligung an diesem Zukunftsprojekt der Automobilindustire unterstreicht der F.S.I. welche Bedeutung dieser Sektor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Landes hat.”




