Leoni schließt Werke und fertigt mehr ‘inhouse’
Leoni schrumpft sich gesund. Laut Informationen der “WirtschaftsWoche” schließt der Autozulieferer zwei Werke – eines in Polen und eines in Portugal. Künftig wollen die Nürnberger zudem mehr Umfänge ‘inhouse’ fertigen: Wiring-Systems-Vorstand Uwe H. Lamann erläutert die Ziele im Titelinterview der aktuellen Dezember-Ausgabe von AUTOMOBIL PRODUKTION.

Leoni schrumpft sich gesund und schließt zwei Werke - eines in Portugal und eines in Polen. (Bild: Leoni)
Beim Auto-Zuliferer Leoni schreitet die Umstrukturierung voran. Der Kabelhersteller und Autozulieferer Leoni gibt ein Werk in Portugal und eines in Polen auf. „Wir schließen das relativ große Werk Viana in Portugal mit 600 Mitarbeitern”, sagte Vorstandschef Klaus Probst der „WirtschaftsWoche”.
Die Schließung werde das Ergebnis im vierten Quartal mit 20 Mio. Euro belasten, Leoni spare ab Ende 2010 aber zehn bis 15 Millionen Euro pro Jahr.
Probst bekräftigte die Ziele, im laufenden Jahr einen Umsatz von 2,1 bis 2,2 Milliarden Euro zu erwirtschaften und diesen Betrag im kommenden Jahr um zehn Prozent zu steigern. Da die Umsatzschwelle für einen Gewinn vor Steuern und Zinsen im kommenden Jahr leicht unter 2,1 Milliarden Euro liege, werde Leoni zumindest ein ausgeglichenes Jahresergebnis schaffen.
Zudem wollen die Nürnberger ihr Automotive-Portfolio um die Entwicklung mechatronischer Komponenten zum Systemanbieter ausbauen, wie auch AUTOMOBIL PRODUKTION in der Dezember-Ausgabe berichtet. Die Entwicklung des Unternehmensbereichs Wiring Systems (WSD) zum Systemanbieter für die Automobilindustrie sei laut Unternehmensangaben damit einen wichtigen Schritt voran gekommen. Das Potenzial für Leoni, Zukaufkomponenten künftig selbst zu fertigen und damit die Wertschöpfung zu erhöhen, liegt derzeit bei bis zu 200 Millionen Euro pro Jahr. Leoni stellt in dem neuen Geschäftsbereich Components innerhalb der WSD-Organisation vor allem elektromechanische und mechatronische Bauteile für Pkw und Nutzfahrzeuge her, die einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Fahrzeuge leisten.
Zu den selbst entwickelten, produzierten und vermarkteten Komponenten zählen Hochstromabsicherungen sowie Sicherungs- und Relaisboxen, die vor allem die elektrischen Grundfunktionen des Fahrzeugs gewährleisten. Außerdem gehören Kunststoff-Komponenten wie Kabelkanäle oder Gerätekästen zum erweiterten Angebot. Zwar verkaufte Leoni solche Bauteile zusammen mit den eigenen Kabelsätzen und Bordnetz-Systemen schon seit vielen Jahren und entwickelte sie häufig auch selbst.
Doch erfolgte die Herstellung bislang extern, wofür jährlich 20 bis 30 Prozent des Gesamteinkaufsvolumens der WSD aufgewendet wurden. Nun holt Leoni diese Fremdleistungen teilweise ins Unternehmen und erhöht dadurch die eigene Wertschöpfung. „Dieses neue Geschäftsfeld wird 2010 erstmals einen zweistelligen Millionen-Betrag umsetzen und diesen in den nächsten zwei bis drei Jahren jeweils verdoppeln können“, sagt Uwe H. Lamann, Vorstandsmitglied der AG mit Verantwortung für den Unternehmensbereich Wiring Systems, zu den Zielen gegenüber AUTOMOBIL PRODUKTION.
Zu den ersten Kunden der neuen Produkte zählen GM, BMW, Mercedes und DAF. Der neue Opel Astra beispielsweise verfügt über eine zentrale Sicherheits-Komponente sowie zwei Sicherungs- und Relaisboxen, die das ebenfalls von Leoni stammende Bordnetz-System gegen Kurzschlüsse und Überströme schützen.
Leoni stellt die Komponenten in einem Produktionsbereich her, der in dem bestehenden Werk im rumänischen Arad für einen zweistelligen Millionen-Betrag aufgebaut wurde. Er verfügt über drei Fertigungslinien, die zum Teil vollautomatisch arbeiten. Im Geschäftsbereich Components sind mittlerweile mehr als 90 Mitarbeiter beschäftigt.





