Magna will Karmanns Dachsparte
Der Autozulieferer Magna hat laut einem Handelsblatt-Bericht zur Übernahme der Dachsparte des insolventen Konkurrenten Karmann angesetzt. Die Österreicher, die sich vergeblich um den Kauf von Opel bemüht hatten, haben den Einstieg bei dem Cabriospezialisten bereits dem Bundeskartellamt zur Prüfung vorgelegt, wie eine Sprecherin der Behörde bestätigte.

Am 22. Juni 2009 ist das letzte bei Karmann komplett gefertigte Fahrzeug vom Band gefahren ein Mercedes-Benz CLK Cabrio. Im Bild: Endmontage Dacheinbau bei der insolventen Wilhelm Karmann GmbH für das CLK Cabriolet. Nun greift Magna nach der Cabriodach-Sparte der Osnabrücker. - Bild: Karmann
Nach Informationen aus Verhandlungskreisen soll sich Karmanns Gläubigerausschuss Ende der Woche mit dem Deal befassen. Die Zustimmung der Wettbewerbswächter gilt allerdings keineswegs als sicher, wie die Wirtschaftszeitung weiter berichtet. Das Kartellamt soll intern erhebliche Bedenken signalisiert haben. Sprecher des Insolvenzverwalters und von Magna wollten die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.
Der Verkauf von Karmanns Dachsparte, die mit rund 350 Beschäftigten Cabriodächer für verschiedene Autobauer fertigt, ist aber nicht in trockenen Tüchern. Magna mit seiner Dachtochter CTS und der Konkurrent Webasto, der gerade die Geschäftseinheit Cabrio-Dachsysteme des insolventen Autozulieferers Edscha übernommen hat, würden sich in Deutschland das Marktsegment weitgehend aufteilen.
Das Kartellamt könnte deshalb seine Zustimmung verweigern. Wann es entscheidet, ist offen. Sollte die Behörde die Übernahme durch Magna blockieren, könnte der Insolvenzverwalter mit leeren Händen dastehen. Der spanische Interessent CIE Automotive gilt nicht als ernsthafte Alternative.




