Renault mit drei Milliarden in den Miesen

11.02.2010

Renault SA hat 2009 einen Milliardenverlust zu verbuchen und rechnet mit einem ebenfalls schwierigen Jahr 2010. Der Umsatz der Gruppe ging um elf Prozent auf 33,71 Milliarden Euro zurück.

Renault-Präsident Carlos Ghosn bei der Veröffentlichung der Finanzergebnisse 2009. - Bild: Renault

Renault-Präsident Carlos Ghosn bei der Veröffentlichung der Finanzergebnisse 2009. - Bild: Renault

Wie der französische Automobilhersteller am Donnerstag mitteilte, fiel unter dem Strich ein Minus von 3,07 Milliarden Euro an (minus 356 Millionen Euro in der zweiten Jahreshälfte). Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch 599 Millionen Euro verdient. Im vierten Quartal 2009 verstärkte sich der Aufwärtstrend, der zur Jahresmitte eingesetzt hatte, auf ein kräftiges Umsatzplus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Das Betriebsergebnis ergab im Gesamtjahr ein Minus von 955 Millionen Euro, verbesserte sich im zweiten Halbjahr aber bereits auf ein Minus von nur noch neun Millionen Euro.

(Zum Vergrößern der Tabelle bitte darauf klicken!)

renault-key-figures-2009-550pRenault wurde nicht nur besonders vom Zusammenbruch der europäischen Fahrzeugmärkte betroffen, sondern verbuchte allein 1,56 Milliarden Euro Verlust aus seinen Beteiligungen am japanischen Produzenten Nissan und am Lkw-Hersteller Volvo.

Der weltweite Marktanteil der Renault Gruppe bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen stieg im vergangenen Jahr laut Unternehmensangaben hingegen leicht um 0,1 Prozentpunkte. Im zweiten Halbjahr 2009 legte der Marktanteil weltweit um 0,2 und in Europa um 1,4 Prozentpunkte zu.

Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen allerdings mit einem erneut um zehn Prozent schrumpfenden europäischen Fahrzeugmarkt. “Auch das Jahr 2010 wird von einem schwierigen Umfeld bestimmt, da der europäische Markt um voraussichtlich zehn Prozent zurückgehen wird. Schon jetzt bereiten wir uns auf die Zeit nach der Krise vor und werden deshalb unseren Vertrieb in Europa sowie den Serienstart der ersten Elektrofahrzeuge ab 2011 unvermindert vorantreiben. Darüber hinaus werden wir unser Angebot bei den Einstiegsmodellen erweitern und unsere Präsenz in den neuen Märkten ausbauen. Auch die weitere Entwicklung der Synergien mit unserem Allianzpartner Nissan wird eine wichtige Rolle spielen”, meinte Renault Präsident Carlos Ghosn anlässlich der Veröffentlichung der Finanzergebnisse 2009.

Der positive Free Cash Flow erreicht 2,088 Milliarden Euro. Dadurch verringert sich die Nettoverschuldung in der Automobilsparte um 2,023 Milliarden Euro auf 5,921 Milliarden Euro. Die Liquiditätsreserve in der Automobilsparte beträgt 9,478 Milliarden Euro. Davon sind 4,07 Milliarden Euro nicht beanspruchte Kreditlinien und 5,408 Milliarden Euro liquide Mittel und vergleichbare Werte, wie der Konzern mitteilte.

“Ab Juli 2008 hat sich Renault auf die Krise eingestellt und einen schlagkräftigen Aktionsplan erstellt. 2009 hat Renault sich gut am Markt behauptet, wie der positive Free Cash Flow zeigt“, sagte Renault-Chef Ghosn.

renault-nissan-volvo-avtovaz-ergebnisse-gruppe-2009

Auch auf operativer Ebene wies Renault für 2009 ein Minus von 396 Millionen Euro aus. Im zweiten Halbjahr sei jedoch ein operativer Gewinn von 224 Millionen Euro erzielt worden, erläuterte Finanzvorstand Thierry Moulonguet. Nachdem Renault zu Beginn des vergangenen Jahres hart von der krisenbedingten Kaufzurückhaltung betroffen war, gelang es den Franzosen im Verlauf des Jahres, wieder Tritt zu fassen. CFO Moulonguet erklärte, der Schuldenabbau habe weiter höchste Priorität. Zur Optimierung des Free Cash Flows und zur Absenkung der Schulden  stützt sich Renault in 2010 auf vier Säulen:

  • eine Fahrzeugpalette mit sechs neuen Modellen, die zum weiteren Ausbau des Marktanteils beitragen wird,
  • weitere Synergieeffekte mit Nissan,
  • weitere Kostensenkungen durch Ausgaben von weniger als zehn Prozent des Umsatzes für Investitionen, Forschung und Entwicklung und
  • Verstärkung der Maßnahmen zur Kontrolle des Betriebskapitals.

Am Mittwoch hatte Renaults Hauptwettbewerber auf dem Heimatmarkt, die PSA Peugeot-Citroen SA, einen auf 1,16 Milliarden Euro ausgeweiteten Nettoverlust berichtet. Auch hier hatte sich die Situation im zweiten Halbjahr allerdings entspannt (siehe PSA-Meldung).

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