Arthur D. Little-Studie: Geschäftsmodelle für Elektro-Mobilität

04.05.2010, 13:20 Uhr

Eine neue Studie von Arthur D. Little beschäftigt sich mit den Geschäftsmodellen hinter dem Hype ums Elektroauto.  In der anhaltenden Krise der Automobilindustrie versuchen laut der Studie „Winning on the E-mobility Playing Field“ viele Unternehmen, mit der Elektromobilität neues Wachstum anzustoßen und investieren massiv in die technologische Entwicklung. (Foto: Siemens)

Zugleich bringen Regierungen weltweit Subventionsprogramme auf den Weg. Wenig Aufmerksamkeit wird indes derzeit noch der Entwicklung adäquater Geschäftsmodelle geschenkt.

Laut der aktuellen Studie „Winning on the E-mobility Playing Field“ der Unternehmensberatung Arthur D. Little konkurrieren die OEMs, Versorgungs-, Infrastruktur- und Leasingunternehmen sowie Dienstleister um die Mobilitätsbudgets der Verbraucher. All diese Anbieter stehen vor der Herausforderung, geeignete Geschäftsmodelle entwickeln zu müssen.

Doch welche Geschäftsmodelle sind im Bereich E-Mobilität tragfähig? Arthur D. Little prognostiziert die Entwicklung von vier zentralen Geschäftsmodellen:

1. Der Mega-OEM: Etablierte und neue OEM werden um die technologische Vorherrschaft konkurrieren. Nur einige wenige Anbieter, deren Produkte unter verschiedenen Markennamen genutzt werden, werden Führungspositionen erringen können. Eine wachsende Zahl kleinerer OEM-Hersteller werden dann erkennen müssen, dass sie nicht in der Lage sind, die Entwicklungskosten für eigene Elektrofahrzeuge zu tragen.

2. Das „Intel inside-Konzept“: Einige große Tier-1-Lieferanten werden de-facto-Standards schaffen und OEM-Herstellern ein modulares Komplettpaket für die Elektrofahrzeugtechnik anbieten. Dies beginnt bei der Akku- und Antriebselektronik und endet bei kompletten Fahrzeugarchitekturen. Dabei werden sich nur Innen- und Außendesign der verschiedenen Fahrzeuge unterscheiden.

3. City-Mobilitätsshop: Angesichts ständig steigender Umweltvorschriften in Großstädten werden örtliche Behörden in Kooperation mit OEM-Herstellern „saubere“ elektrisch betriebene Transportalternativen entwickeln.

4. E-Mobilitätsanbieter: Bahn-, Luftfahrt-, Autovermietungsunternehmen und andere, neue Dienstleister werden nach einem Weg suchen, ihren Marktanteil zu steigern und aus den Mobilitätsbudgets der Reisenden zu schöpfen. Diese Anbieter werden an den großen Transportdrehkreuzen der Welt präsent sein. So wird es ihnen möglich sein, eine Elektrofahrzeuginfrastruktur aufzubauen, mit der dieser lukrative Kundenmarkt erobert werden kann.

Stefan Lippautz, Director der Automotive Practive bei Arthur D. Little, meint, Erfolg auf dem wachsenden Markt der Elektromobilität erfordere mehr als nur die Entwicklung „neuer“ Technologien: „Der Wettbewerb bei der E-Mobilität spielt sich auf einem größeren Marktplatz ab, der über die herkömmliche Wertschöpfungskette der Automobilbranche hinausgeht. Die Konzentration auf bestimmte Kundengruppen wird dazu beitragen, ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln. Die Unternehmen sollten maßgeschneiderte Mobilitätsprodukte anbieten und sich auf Geschäftsmodelle für kleine Zielgruppen konzentrieren, anstatt den gesamten Markt bedienen zu wollen.“

„Winning on the E-mobility Playing Field“ kann jetzt unter folgender Adresse heruntergeladen werden: www.adl.com/E-mobility

 
 

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