Hightech-Kolben aus der „Weißen Fabrik“

05.05.2010, 7:05 Uhr

Mit einer Investitionssumme von 20 Millionen Dollar hat der US-amerikanische Automobilzulieferer Federal-Mogul sein Kolbenwerk in der Nürnberger Nopitschstraße umgebaut. Jetzt wurde die letzte Maschine in der „Weißen Fabrik“ in Betrieb genommen und das Strukturprojekt offiziell abgeschlossen.

Für Geschäftsführer Dr. Markus Ratka ist damit ein wesentlicher Eckpunkt für den künftigen Weg des Werkes gesetzt: „Wir haben jetzt modernste Technologie und sind sehr leistungsfähig geworden. Das macht uns deutlich wettbewerbsfähiger als früher – im Markt genauso wie im internen Vergleich der weltweit 15 Kolben-Werke von Federal-Mogul.“ Deshalb sieht er in der „weißen Fabrik“ auch eine Langzeitinvestition in die Zukunft des Standortes Nürnberg.

Saubere Hallen, neue oder generalüberholte Maschinen: weiße Fabrik. (Foto: Federal-Mogul)

Schritt für Schritt wurde die Fertigung umgebaut und kam so der Vision der „Weißen Fabrik“ immer näher. Für Industrieanlagen eher untypisch ist hier alles hell: weiß gestrichene Räume, weiße Fußböden, weiße Maschinen. So fallen Verunreinigungen jeglicher Art eher auf, werden schneller wahrgenommen und beseitig. Alles wirkt offen, transparent, weil Produktion und die dazu gehörenden Büros nur durch Glaswände abgetrennt sind. Die Hallen sind sauber und aufgeräumt, alle Maschinen neu oder generalüberholt und gekapselt. Und wichtig für die Umwelt: Die Entsorgungssysteme für Kühlschmierstoffe und Metallspäne auf neuestem Stand der Umwelttechnik. Sie sorgen für eine angenehme, Ölnebel freie Luft. Alles macht einen hellen, freundlichen Eindruck und signalisiert: Hier wird höchste Präzision gefertigt.

„Nur wo Ordnung und Sauberkeit herrscht, gibt es auch Qualität.“ Mit dieser Überzeugung hat Klaus Porstner als Leiter Engineering die Umstrukturierung der Fertigung maßgeblich geleitet und vorangetrieben. Am Anfang standen dabei eine Idee und der plakative, fast schon provozierende Name dafür: „Weiße Fabrik“. Es folgten vor allem in der Anfangszeit nicht immer leichte Jahre mit unzähligen Veränderungen in vielen Bereichen, immer mit dem Ziel, das Werk in Nürnberg den Anforderungen des Marktes anzupassen.

2006 fiel der Startschuss. Weder Zeiten, in denen alle Bereiche aufgrund hoher Nachfrage bis an die Kapazitätsgrenzen arbeiten mussten, noch die krisenhaften Auftragsrückgänge in den Jahren 2008/2009 konnten das Projekt stoppen. Klar gab es zunächst auch Skepsis in der Belegschaft. Doch als erste Erfolge zu sehen waren setzte Umdenken ein. Zumal sich auch das Arbeitsumfeld wesentlich verbesserte.

Federal-Mogul und der Standort Nürnberg stehen für Know-how, Kompetenz bei Fertigungstechnologie und hohe Qualität. Die „weiße Fabrik“ hat den Standort zudem deutlich produktiver und wettbewerbsfähiger gemacht. Auch wenn der Projektplan nun abgearbeitet ist, müssen Prozesse und Strukturen laufend verbessert werden. „Deshalb leben wir die Idee der ,weißen Fabrik‘ weiter“, sagt Dr. Ratka. „Sie ist ein wichtiger Baustein für unsere erfolgreiche Zukunft.“

 

 

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