Ford: Ende für Marke Mercury

04.06.2010, 11:48 Uhr

Nach 71 Jahren ist Schluss: Ford verabschiedet sich von seiner Marke Mercury. Die Produktion soll am Jahresende eingestellt werden, berichtet das Handelsblatt. Ford werde die Produktion im vierten Quartal dieses Jahres einstellen, erklärte das Unternehmen.

Mercury rangiert eigentlich zwischen der Massenmarke Ford und der Nobelmarke Lincoln.

Edsel Ford, der Sohn von Unternehmensgründer Henry Ford, hatte Mercury aus der Taufe gehoben, um die gehobene Mittelschicht anzulocken. In den vergangenen Jahren verlor die Marke aber immer mehr an Eigenständigkeit. Viele Autos (im Bild das 2011er-Mercury-Modell MKX) sind selbst von außen als „aufgehübschte“ Fords zu erkennen.

1978 verkaufte Ford eine Rekordzahl von 580.000 Mercurys – danach ging es mit der Marke abwärts. In diesem Mai entschieden sich lediglich noch 9.100 Amerikaner für ein Auto der im Ausland kaum bekannten Marke, das sind 11 Prozent weniger als noch vor einem Jahr und nur ein Bruchteil ehemals erzielter Zahlen, wie die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung erläutert. Zum Vergleich: Von seiner Hauptmarke setzte Ford allein im Mai 175.000 Stück ab. Die letzten Mercury-Fahrzeuge will der Konzern nun mit satten Rabatten den Sommer über losschlagen.

Die verbliebenen Mercury-Kunden – großteils Firmen – will Ford zum Umsteigen auf Lincoln bewegen. Dazu hat der Konzern eine Modelloffensive angekündigt. Nach unten hin soll ein Kompaktwagen die Palette abrunden. Ford feiert unter der Stammmarke bereits seit langem große Erfolge mit kleineren Autos wie den aus Europa stammenden Modellen Focus und Fiesta.

Konzernchef Alan Mulally fährt einen strammen Sanierungskurs. Er trennte sich bereits von den europäischen Luxustöchtern Jaguar, Land Rover und jüngst auch Volvo. Der Erfolg gibt ihm Recht: Ford überlebte die schwere Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr als einziger der drei großen amerikanischen Autohersteller ohne Staatshilfe.

 
 

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