Auferstanden aus Ruinen
Lange wurde gemunkelt, jetzt ist es Tatsache: Wie das Handelsblatt und andere Medien mit Verweis auf die Homepage des Autobauers übereinstimmend berichten, hat GM die Rückkehr an die New Yorker und Torontoer Börse beantragt. Doch das erstaunliche Comeback des ehemals größten Auto-Herstellers der Welt wirft auch einige Fragen auf.

Beim geplanten GM-Börsengang sollen neben Stammaktien auch 100 Millionen Vorzugsaktien verkauft werden. (Bild: GM)
Vor etwa einem Jahr war die GM-Welt noch rabenschwarz: Die tönernen Füße trugen den amerikanischen Auto-Giganten nicht mehr. Der ehemals größte Autobauer der Welt drohte unter der Last seiner eigenen Management-Fehler zusammenzubreche.
Die amerikanische Regierung rettete den todkranken Patienten mit einer Finanz-Infusion von rund 50 Milliarden Doller vor der Insolvenz. Doch nun ist alles anders. GM steht wieder auf eigenenFüßen, schreibt Gewinne und die mit Spannung erwartete Rückkehr des US-Autokonzerns General Motors an die Börse nimmt konkrete Formen an.
Der einst größte Autohersteller der Welt hat bei der Börsenaufsicht SEC am Mittwoch den Börsengang beantragt, der in New York und Toronto erfolgen soll. Laut dem Handelsblatt sollen bei dem IPO-Projekt “Morgendämmerung” neben Stammaktien auch 100 Millionen Vorzugsaktien verkauft werden, um institutionelle Investoren anzulocken.
Mit dem eingenommenen Geld – Wall-Street-Kreise spekulieren auf ein Volumen von 14 bis 18 Mrd. Dollar – will GM seine hohen Schulden beim Steuerzahler teilweise begleichen. Die US-Regierung hatte den Konzern im Vorjahr mit mehr als 50 Mrd. Dollar Staatsgeld vor dem Finanzkollaps bewahrt. Erwartet wird, dass das Finanzministerium zunächst rund ein Fünftel seiner gut 300 Millionen Aktien verkauft und damit seinen Firmenanteil von derzeit 61 Prozent auf unter 50 Prozent senkt.
GM war im Juni 2009 in die Insolvenz gegangen, hatte dies aber schon eineinhalb Monate später wieder hinter gelassen. Durch die Insolvenz hatte sich GM 40 Mrd. Dollar Schulden entledigt. Der Konzern hat zudem in einer Rosskur Kosten gesenkt, Werke geschlossen und Marken wie Pontiac, Saab und Hummer fallen gelassen. Gleichwohl benötigt GM Geld, etwa für den Umbau bei seiner verlustbringenden deutschen Tochter Opel und die Bedienung von Pensionsansprüchen.
Auch der kanadische Staat, der ebenfalls Geld zugeschossen hatte und mit 12 Prozent an dem Autobauer beteiligt ist, könnte Aktien verkaufen. General Motors selbst kündigte an, nur Vorzugsaktien herauszubringen. Diese sind nicht stimmberechtigt. Das Volumen und der genaue Zeitpunkt des Börsengangs sind weiter offen.
GM werde zunächst keine Dividende auf Stammaktien zahlen, hieß es. Als Risiken nannte GM im Börsenprospekt schwache Umsätze sowie unterfinanzierte Pensionskassen.




