SGL Carbon setzt 2011 auf Wachstumssparten

05.11.2010, 7:25 Uhr

Die Aussichten sind rosig, der Plan gefasst: Mit verstärkten Engagement bei Wachstumssparten, wie zum Beispiel die Karbon-Herstellung, will SGL die erfreuliche Geschäftsentwicklung zementieren. Allerdings gibt es noch einige offene Fragen …

"Wir sind im GMS-Bereich in vielen Arbeitsgebieten ausverkauft, die Preise ziehen an, das Auftragsbuch ist zum Teil sogar höher als vor der Krise", freut sich Robert Köhler (Bild: SGL Carbon)

Der Graphitspezialist SGL Carbon hat sich am Donnerstag im Unterschied zu vielen Chemieunternehmen deutlich positiv gestimmt für 2011 gezeigt und setzt dabei auf die kleineren spätzyklischen Sparten. Im Kerngeschäft mit Graphitelektroden und Kathoden haben sich die Aussichten dagegen noch nicht aufgehellt. Für 2011 erwarte der Konzern weiter eine EBIT-Verbesserung um rund 40  bis 50 Prozent auf Basis der erzielten 110 Millionen Euro aus 2009, sagte Vorstandsvorsitzender Robert Koehler im Interview mit Dow Jones Newswires.

“Getragen wird diese Ergebnisverbesserung vor allem aus den Wachstumsgeschäften GMS (Graphitspezialitäten) und CFC (Carbonfasern)”, erklärte der Manager. “Wir sind im GMS-Bereich in vielen Arbeitsgebieten ausverkauft, die Preise ziehen an, das Auftragsbuch ist zum Teil sogar höher als vor der Krise”, sagte er. Im CFC-Bereich will Koehler 2011 mit dem EBIT schwarze Zahlen schreiben und den Umsatz steigern.

Verhaltener zeigte sich der Manager für die größte Sparte Performance Products, in der Graphitelektroden für die Stahlindustrie und Kathoden für die Aluminiumindustrie hergestellt werden. Koehler wollte noch keine Prognose wagen, wann sich bei Graphitelektroden die Preise wieder verbessern werden. “Wir müssen abwarten, wie die Stahlindustrie im nächsten Jahr läuft. Dieses Jahr ist vorbei, die Auftragssaison geht jetzt erst so langsam los”, sagte er.

Er geht davon aus, dass sich die Nachfrage 2011 weiter stabilisiert beziehungsweise verbessert. “Aber wir wissen noch nicht wie sich das komplexe Gebilde aus Währungen, Rohstoffen und aus Preisen darstellen wird, zumal der Bestellzyklus unserer Stahlkunden seit der Krise kürzer geworden ist”, sagte er. Im Kathodengeschäft erwartet der Manager 2011 zwar eine Volumenverbesserung, da die Investitionspause in der Aluminiumindustrie zu Ende gehe. “Allerdings dürfte sich dies 2011 noch nicht positiv auf die Preise auswirken”, sagte Koehler.

Für das Geschäftsjahr 2010 hatte das Unternehmen die Jahresprognosen am Donnerstag erneut angehoben. Erwartet wird nun ein Umsatzanstieg um etwa zehn Prozent und ein EBIT von bis zu 130 Millionen Euro. “Bei einer Steuerrate von 30Prozent bis 35 Prozent erwarten wir auch ein respektabeles positives Nettoergebnis” sagte Koehler. Im Vorjahr hatte SGL Carbon einen Verlust von 60,4 Millionen Euro geschrieben. Ob SGL Carbon für 2010 eine Dividende auschütten wird, ließ Koehler noch offen.

“Über eine Dividendenzahlung muss der Aufsichtsrat befinden auf Basis der Jahresergebnisse. Grundsätzlich haben wir aber eine klare Linie, nämlich dass wir baldmöglichst eine ertragsabhängige Dividende zahlen wollen”, sagte er. “Wenn wir damit anfangen, dann müssen wir es auch durchhalten. Wir können nicht ein Jahr Dividende zahlen und dann wieder nicht”, fügte er hinzu. Die letzte Ausschüttung liegt mehr als zehn Jahre zurück. Zuletzt hatte das Unternehmen für 1997 eine Dividende von 2,35 DMje Aktie gezahlt.

Dow Jones Newswires

 

 

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