E-Mobilität für Zulieferer potentielle Goldgrube
Der Run auf die E-Mobilität soll auch für die Zulieferer reiche Früchte tragen. Wie das “Handelsblatt” in Bezug auf eine Studie der Beratungsfirma McKinsey berichtet, sind mit dem Aufbruch in das neue automobile Zeitalter neben den Chancen auch Riskiken verbunden.

E-Autos, wie der Mitsubishi i-MiEV werden bald keine absoluten Exoten mehr sein. Die E-Mobilität birgt für die Zulieferer Chancen, aber auch Risiken. (Bild: Mitsubishi)
Die Prognose ist ambitioniert. Eine Million Elektroautos, das beschloss die Bundesregierung vor zwei Jahren, sollen 2020 über Deutschlands Straßen rollen. Und auch im – nach China – zweitgrößten Automarkt der Welt geraten die traditionellen Verbrennungsmotoren ins Visier des Gesetzgebers: Bereits Ende dieses Jahrzehnts greifen in den USA Regelungen zum Klimaschutz, die den Verkauf der meisten heutigen Modelle unmöglich machen werden.
„Das Auto wird sich in den nächsten zehn Jahren stärker verändern als in den vergangenen 100 Jahren“, orakelt Audi-Vorstand Peter Schwarzenbauer. Doch weder die Kunden, die in Deutschland erst 1 588 Mal einen E-Antrieb orderten, noch die technische Entwicklung geben bislang eine eindeutige Richtung für Investitionen vor. Der wohl größte Technologiewandel in der Autogeschichte wird für die Hersteller von Automobilen zum Vabanquespiel. Das zeigt auch eine Studie der Beratungsfirma McKinsey, die dem “Handelsblatt” exklusiv vorliegt.
Erstmals seit Erfindung des Autos stehe das Verbrennungsprinzip tatsächlich vor dem schleichenden Aus, glaubt die Unternehmensberatung. Doch wie lange der Wechsel auf neue Antriebstechnik aber dauert, ist kaum abzuschätzen.
Immerhin, so glauben die Berater, werden auch 2020 noch mehr als 95 Prozent der Autos durch einen Verbrennungsmotor angetrieben. Selbst für 2030 rechnet McKinsey noch mit einem Anteil von 87 Prozent. Investitionen der Hersteller in die Elektrotechnik werden damit zum Risiko.
Was für Investitionszusagen in die neuen Technologien spricht: 35 Prozent der Neuzulassungen könnten der Prognose zufolge 2030 Hybridfahrzeuge sein, weitere 16 Prozent den Verbrennungsmotor nur noch zum Aufladen der Batterie benötigen, um damit die Reichweite der Fahrzeuge zu erhöhen. Hinzu kommen laut Studie rein batterie- und wasserstoffgetriebene Autos. Zusammen mit ihnen, glaubt McKinsey, könnte 2030 in knapp zwei Dritteln aller Neuwagen ein Elektromotor brummen.
„Das Rennen um die beste Positionierung im Markt ist eröffnet“, schreibt die Beratungsfirma. Doch während die Konzerne schwanken zwischen Hybridantrieb, Elektroantrieb mit einem kleinen Verbrennungsmotor zur Reichweitenverlängerung („Range Extender“), reinem Batterieantrieb und Brennstoffzellen, steht bislang nur eines fest: Wer auf die falschen Komponenten setzt, könnte den Sprung in einen wichtigen Markt verpassen.







