SARTRE: erste Tests durchgeführt

20.01.2011, 6:01 Uhr

Für das SARTRE-Projekt – Safe Road Trains for Environment –  der Europäischen Union wurden die ersten Kolonnen-Tests auf der Volvo-Versuchsstrecke in Göteborg erfolgreich durchgeführt. Ziel des Projektes ist es, Techniken für das eigenständige Fahren von Automobilen im Kolonnenverkehr auf Schnellstraßen zu entwickeln.

Erik Coelingh, Technik-Experte bei der Volvo Car Corporation. (Bild: Volvo)

An der Forschungsinitiative nimmt – neben mehreren Partnern aus unterschiedlichsten Bereichen – die Volvo Car Corporation als einziger Automobilhersteller teil. „Wir freuen uns, dass die unterschiedlichen Systeme schon bei den ersten Fahrtests so gut miteinander gearbeitet haben,” sagt Erik Coelingh, Technik-Experte bei der Volvo Car Corporation. „Schließlich kamen die Systeme von sieben verschiedenen Partnern aus vier Ländern. Die extremen winterlichen Bedingungen führten dazu, dass wir im Bereich der Kameras und der Kommunikation der Systeme untereinander ein paar Extraschichten einlegen mussten,” fügt er hinzu.

„Auf jeden Fall waren diese ersten Praxistests ein großer Schritt vorwärts für das gesamte Vorhaben,” ergänzt Tom Robinson von Ricardo UK Ltd. und gleichzeitig Koordinator des Gesamtprojektes. „SARTRE zeigt auf, wie in Zukunft Fahrzeuge eigenständig im Kolonnenverkehr fahren können,” zeigt er sich vom Erfolg überzeugt.

Das SARTRE Projekt, das seit einem guten Jahr betrieben wird, ist auf insgesamt drei Jahre angelegt. In dieser Zeit sollen Kolonnen-Techniken entwickelt werden, die den Verkehrsfluss verbessern, Fahrzeiten verkürzen, Fahrern größeren Komfort bieten, Unfälle verhindern und sowohl Treibstoffverbrauch als auch CO2-Emissionen reduzieren sollen. Das Konsortium besteht aus sieben Partnern. Unter der Führung des britischen Technologieunternehmens Ricardo UK Ltd. ist neben der Volvo Car Corporation auch das Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH Universität Aachen an dem Projekt beteiligt.

Im ersten Praxistest wurde nun die notwendige Hardware in zwei Fahrzeuge installiert, eine Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug implementiert und eine Vielzahl von Sensoren eingebaut. Im Jahr 2011 folgen verschiedene Arbeitsphasen und 2012 soll das ambitionierte Konzept an einer aus fünf Fahrzeugen bestehenden Kolonne, die in der Lage sind, untereinander zu kommunizieren, vorgeführt werden.

Im ersten Praxistest wurde nun die notwendige Hardware in zwei Fahrzeuge installiert, eine Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug implementiert und eine Vielzahl von Sensoren eingebaut. (Bild: Volvo)

Mit Hilfe der neuen Technik könnten schon in naher Zukunft Fahrzeuge eigenständig im Kolonnenverkehr fahren. In der Praxis soll eine Kolonne durch ein so genanntes Führungsfahrzeug angeführt werden. Die anderen Teilnehmer sind durch Sensoren untereinander und mit dem Führungsfahrzeug verbunden. Sie sind mit einem Navigationssystem sowie einer Sender- bzw. Empfängereinheit ausgerüstet, mit deren Hilfe sie mit dem Führungsfahrzeug kommunizieren. In der Kolonne fahren diese Automobile vollkommen autonom, so dass der jeweilige Fahrer problemlos ein Buch lesen, SMS Schreiben oder gar ein Nickerchen machen könnte. Die Fahrzeuge sind mit modernen Fahrerassistenzsystemen ausgerüstet, mit deren Hilfe die Fahrzeuge selbsttätig Gas geben und bremsen sowie die Lenkung bedienen – Funktionen, die schon heute zumindest teilweise realisiert sind. Sobald sich der jeweilige Fahrer seinem individuellen Ziel nähert, übernimmt er wieder selbst das Steuer und schert aus der Kolonne aus. Die anderen Fahrzeuge rücken dann automatisch auf.

Das Projekt:

Der Begriff SARTRE steht für „Safe Road Trains for Environment”. SARTRE wird durch die Europäische Kommission teilfinanziert und umfasst Kooperationen zwischen folgenden teilnehmenden Firmen: Idiada und Robotiker-Tecnalia (Spanien), Institut für Kraftfahrwesen (IKA) Aachen (Deutschland), SP Technical Research Institute aus Schweden sowie Volvo Car Corporation and Volvo Technology, Schweden.

Bei den innovativen Kolonnen-Strategien geht es darum, den Einsatz auf öffentlichen Straßen zu ermöglichen, ohne die Straßen selbst oder die Infrastuktur der Straßen zu verändern. Das Projekt soll aufzeigen, wie der Einsatz von Kolonnen zu Verbesserungen im Hinblick auf Umwelt, Sicherheit und Verkehrsdichte führen kann.

Das Potenzial des SARTRE Projekts ist beträchtlich. Die erwartete Kraftstoffreduzierung bei Kolonnenfahrten auf Schnellstraßen liegt bei 20 Prozent. Sicherheitsvorteile entstehen durch weniger Unfälle, die zum Beispiel durch Unkonzentriertheit oder Übermüdung der Fahrer verursacht werden. Die Frequentierung vorhandener Straßenkapazitäten wird ebenfalls gesteigert, woraus eine Verringerung der Reisezeit resultiert. Darüber hinaus wird die Fahrt für die Teilnehmer einer Kolonne reibungsloser, besser kalkulierbar und preiswerter sein.

 

 

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