Trends 2011 – Dr. Becker/IWK: Goldene Automobiljahre
Dr. Helmut Becker meint: Höchste Qualität und Liefertreue bei angemessenen – das heißt nicht niedrigsten – Kosten sollten 2011 und darüber hinaus weiterhin zu den obersten Prioritäten von Lieferanten gehören.
AUTOMOBIL PRODUKTION sprach mit dem Buchautor und Direktor des Münchener Instituts für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation, über Trends, die Aussichten der Automobilbranche.

"Der Niedergang Toyotas oder des Tata Nano zeigen, das Kosten inzwischen beim Kunden hinter Zuverlässigkeit und Qualität zurücktreten", meint Dr. Helmut Becker, Leiter des Münchener Instituts für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation, lange Zeit und Autor des aktuellen Buches "Darwins Gesetz in der Automobilindustrie – Warum deutsche Hersteller zu den Gewinnern zählen", Springer/2010. - Bild: IWK
AUTOMOBIL PRODUKTION: Post-Automotive- und Post-Finanzkrise 2008/2009, wahrscheinlich die schwerste Zeit seit 1929 und dem Zweiten Weltkrieg, wie wird 2011 für die Unternehmen der Automobilbranche (OEMs/Erstausrüster)?
2011 wird das erste Jahre einer Reihe ‘goldener Automobiljahre’ – immer vorausgesetzt das wirtschaftliche Umfeld entwickelt sich ohne größere Störungen.
AUTOMOBIL PRODUKTION: Prof. Sinn vom Ifo rechnet für Deutschland – nach der vorhergesagten Apokalypse noch vor knapp zwei Jahren – nun mit „biblischen sieben fetten Jahren“. Trifft das Ihrer Ansicht nach zu? Wenn nicht, warum nicht für Sie?
Einige ‘fette Jahre’, aber nicht sieben, erscheinen durchaus realistisch. Aufschwungsprognosen sind immer leichter als die Vorhersage von Rezessionen – da besteht schon ein emotionaler Widerstand. Im Prinzip also Zustimmung.
AUTOMOBIL PRODUKTION: Damoklesschwerter wie Rohstoffknappheit, Stichwort seltene Metalle, Währungs-Schwankungen/-Konflikte (Dollarschwäche/Eurostärke), der drohende Double Dip in den USA (verunsicherter Absatzmarkt) – welches sind Ihrer Ansicht nach die wahren Herausforderungen 2011 und darüber hinaus?
Alle sind wahr und realistisch – das macht das Leben ja auch so spannend.
AUTOMOBIL PRODUKTION: Stichworte Leichtbau/Downsizing, Integration mobiler (internetbasierter) Technologien/Dienste, E-Mobilität/Hybridisierung bei Fahrzeugen/Materialien: Welche Trends im Automobilbau werden die Branche mittelfristig wie verändern?Und was will der Kunde?
Der Kunde will a) hohe Zuverlässigkeit/Qualität seines Autos, also ‘Made in Germany’; b) ein hohes Preis/Leistungsverhältnis, salopp also ‘value for money’ , und c) eine gesicherte und umweltfreundliche Mobilität, die E-Fahrzeuge bis dato nicht bieten.
Der OEM/Zulieferer, der diese Anforderungen am besten erfüllt, ist der Champion. Die meisten deutschen Hersteller gehören zum Glück dazu.








