Trends 2011 – Volkswagen: Wir wollen 10 Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkaufen
Im Rahmen unserer Trends-2011-Umfrage der AUTOMOBIL PRODUKTION sprachen wir mit Volkswagen über Erwartungen, Ziele und Prognosen des Konzerns. 2018 will der Wolfsburger Mehr-Marken-Konzern unter Führung von Prof. Dr. Martin Winterkorn jährlich zehn Millionen Fahrzeuge absetzen.

Will Toyota und GM als weltgrößte Autobauer ablösen: VW-Chef Prof. Martin Winterkorn. 2010 hat er mit 7,14 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen wieder einen neuen Rekord zu verbuchen. - Bild: VW
Die Zeichen für die Automobilindustrie stehen grundsätzlich wieder auf Aufbruch. Die Stärke des Volkswagen-Konzerns spiegelt sich in Absatzrekorden, 2010 mit 7,14 Millionen Auslieferungen, plus 13,5 Prozent,4 (2009: 6,29 Millionen Einheitent) und sehr guten finanziellen Kennzahlen wieder. Prognosen für 2011 geben wir wie üblich im Rahmen der Jahrespressekonferenz kommenden März.
AUTOMOBIL PRODUKTION: Prof. Sinn vom Ifo rechnet für Deutschland – nach der vorhergesagten Apokalypse noch vor knapp zwei Jahren – nun mit „biblischen sieben fetten Jahren“. Trifft das Ihrer Ansicht nach zu?
Das Geschäft bleibt anspruchsvoll. 2010 dürfte der Weltmarkt zwar die 57 Millionen-Marke zwar klar überschritten haben, wir liegen damit aber weiter unter dem Absatzniveau von 2007. Es liegt also noch viel Arbeit vor unserer Branche, bis sämtliche Krisenfolgen kompensiert sind. Zumal das wirtschaftliche Umfeld unübersichtlich und mit Unsicherheiten belastet bleibt.
AUTOMOBIL PRODUKTION: Damoklesschwerter wie Rohstoffknappheit bzw. steigende Kosten, etwa Stichwort seltene Metalle, Währungs-Schwankungen/-Konflikte (Dollarschwäche/Eurostärke), der drohende Double Dip in den USA (verunsicherter Absatzmarkt), mögliche Handelskriege – welches sind Ihrer Ansicht nach die wahren Herausforderungen 2011 und darüber hinaus?
Angaben zum Jahr 2011 machen wir wie üblich in der Jahrespressekonferenz kommenden März.
AUTOMOBIL PRODUKTION: Stichworte Leichtbau/Downsizing, Integration mobiler (internetbasierter) Technologien/Dienste, E-Mobilität/Hybridisierung bei Fahrzeugen/Materialien: Welche Trends im Automobilbau werden Ihr Produktportfolio mittelfristig wie verändern? Und was will Ihr Kunde?
Downsizing von Verbrennungsmotoren ist eine Kernkompetenz der Volkswagen AG. Doch auch Downsizing hat Grenzen: Der Einsatz von 2- und 3-Zylinder-Motoren ist unter anderem abhängig vom Fahrzeug- und Antriebskonzept. Wir orientieren uns technisch am Rightsizing-Ansatz, wobei gerade beim Dieselaggregat aus thermodynamischen Gründen ein bestimmter Brennraumdruchmesser nicht unterschritten werden sollte.
Zudem werden sich E-Mobilität und Hybridantriebe in den nächsten Jahren intensiv weiterentwickeln. Unsere Forschungsarbeit gilt daher allen drei Antriebsarten. Schon heute haben wir z. B. mit dem Touareg Hybrid ein entsprechendes Angebot auf dem Markt. 2013 werden ein Golf mit Elektroantrieb und der E-up! in Serie gehen.
Und dabei wird es nicht bleiben: Neben den Aggregaten spielt auch aufgrund der Batterien natürlich das Gewicht der Fahrzeuge eine größere Rolle. Grundsätzlich ist der Einsatz von Faserkunststoff-verbunden nicht neu – denken Sie z. B. an die Welle im Golf Syncro oder die Blattfeder im Volkswagen Crafter. Das größte Leichtbaupotential bietet Carbonfaser in Strukturbauteilen eines Fahrzeugs. So hat der Volkswagen L1, der 2009 auf der IAA präsentiert wurde, ein CFK-Monocoque wie man es aus der Formel 1 kennt. Der Einsatz in einer Großserie setzt aber voraus, dass die Material- und Herstellungskosten gesenkt werden können – z. B. durch die Entwicklung einer speziellen Automotive-Faser.

E-Mobilität und Hybridantriebe, wie zum Beispiel im Touareg Hybrid, werden sich in den nächsten Jahren intensiv weiterentwickeln. - Bild: VW







