Der Audi für morgen

22.02.2011, 14:00 Uhr

Aus dem Audi A6 wird ein kleiner A8 – sowohl optisch als auch technisch. Die siebte Generation der Oberklasselimousine geizt nicht mit erlesenen Hightech-Systemen. Konsequenz: Der A6 ist der Audi von morgen für die breite Business Klasse.

Der Audi A6 wird kurz nach dem Marktstart auch in einer Hybridversion auf den Markt kommen.

Der Audi A6 wird kurz nach dem Marktstart auch in einer Hybridversion auf den Markt kommen. - Bild: Audi

Nebelscheinwerfer? So eine alte Technik verwenden wir hier nicht“, sagt Stephan Berlitz, Entwickler von Lichtsystemen bei Audi. Berlitz kniet vor dem neuen A6 und präsentiert stolz sein neuesten „Baby“ – die Voll-LED-Scheinwerfer. 76 einzelne LEDs leuchten je nach Bedarf alles aus, was es auszuleuchten gibt – Kurven, Abbiegungen, Autobahnen; und das alles ohne den Gegenverkehr zu blenden. Ein „Allwetterlicht“-Modus ersetzt die Nebelscheinwerfer und reicht 60 Meter weit. „Normale Nebelleuchten schaffen gerade einmal 15 Meter“, sagt Stephan Berlitz. Die Elektronik ist sogar mit dem Navigationssystem gekoppelt. Schon bevor der Audi eine Kreuzung erreicht, wird der Leuchtkegel ausgedehnt, damit die ganze Kreuzung im Blick ist. Das sind die Scheinwerfer der Zukunft.

Der Audi A6 verfügt als erstes Fahrzeug seiner Klasse über Voll-LED-Scheinwerfer. Diese beinhalten auch ein neuartiges Schlechtwetterlicht.

Der Audi A6 verfügt als erstes Fahrzeug seiner Klasse über Voll-LED-Scheinwerfer. Diese beinhalten auch ein neuartiges Schlechtwetterlicht. - Bild: Audi

Voll-LED-Scheinwerfer verbaute Audi erstmals beim R8. Mit dem noch jungen A8 kam das Meisterstück in Großserie. Der kleinere A6 soll die Zukunftsscheinwerfer der breiten Masse zugänglich machen. Natürlich muss man sich das etwas kosten lassen, in der Basisversion schaut auch der neue A6 aus gewöhnlichen Halogenscheinwerfern. Doch wer will in der Oberklasse schon auf standesgemäße Extras wie Xenonlicht oder Navigationssystem verzichten? Der 4,92 Meter lange A6, der sich mit 5er BMW und Mercedes E-Klasse die linke Autobahnspur als natürlichen Lebensraum teilt, will der Dienstwagen-König werden. Nachdem Audi sich in den letzten Jahren durch LED-Lichtelemente an Front und Heck einen Namen gemacht hat, setzt der A6 hier neue Maßstäbe.

Vorder- und Allradantrieb

Wie schon die Vorgängermodelle ist der A6 nicht nur mit Vorder- sondern auch einem standesgemäßen Allradantrieb zu bekommen. Gerade für die leistungsstärkeren Versionen über 200 PS ist die Quattro-Version unumgänglich, um auf Augenhöhe mit den Hauptkonkurrenten 5er BMW und Mercedes E-Klasse zu sein. Die sind mit dem fahrdynamisch überlegenen Heckantrieb unterwegs und können gegen Aufpreis als 4matic oder xDrive zu Allradlern emporsteigen. Die Quattro-Varianten des A6 nutzen die neueste Entwicklungsstufe des permanenten Allradantriebs mit einem Kronenrad-Mittendifferenzial. Wie beim Vorgängermodell steht beim A6 eine breite Palette an Kraftübertragungsmöglichkeiten bereit. Sie umfasst nicht nur Vorder- und den Allradantrieb, sondern ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe, die viel diskutierte Stufenlos-Automatik „Multitronic“ und ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe mit Namen S-Tronic. Optional kann das Lenkrad mit Schaltwippen ausgestattet werden.

Getriebe bringen Effizienz

Die verschiedenen Getriebevarianten haben großen Anteil an der Effizienz des A6. Sie zeichnen sich durch geringe innere Reibung und hohen Wirkungsgrad aus. Mit ihrer weiten Spreizung sind sie für hohe Geschwindigkeiten in den oberen Gängen besonders lang übersetzt. Die Automatikgetriebe haben zudem Zugriff auf die prädiktiven Streckendaten des Navigationssystems und sind in das Thermomanagement des Motors eingebunden. Das Differenzial ist vor den Kupplungen – somit direkt hinter dem Motor – platziert. Die Vorderachse des A6 liegt im Vergleich zum Vorgänger entsprechend weiter vorn – der Motor ist weiter hinter. Das macht einen langen Radstand und eine harmonische Achslastverteilung möglich.

Zwischen den beiden großen Rundinstrumenten für Drehzahl und Tempo lassen sich zahlreiche Informationen auf das zentrale Info-Display zaubern.

Zwischen den beiden großen Rundinstrumenten für Drehzahl und Tempo lassen sich zahlreiche Informationen auf das zentrale Info-Display zaubern. - Bild: Audi

In Sachen Assistenzsysteme schließt der Audi mit dem neuen A6 zur Konkurrenz auf. Besonders bei seinem großen Bruder A8 hat sich der Ingolstädter Sechser kräftig bedient. Dazu gehört auch die jüngste Generation des MMI-Navigationssystems mit Einbindung von Google Earth und der Zieleingabe per Touchpad, auf dem man die Buchstaben mit dem Finger ohne hinzuschauen malt.

Nach der Premiere im A8 verfügt auch der A6 über das MMI-Navigationssystem mit Touchpad. Mit ihm kann der Fahrer viele Funktionen komfortabel und intuitiv ausführen – die Ziffern von Telefonnummern und die Buchstaben des Navigationsziels mit dem Finger schreiben oder in Listen und Karten scrollen. Sein Blick kann dabei auf der Straße bleiben, weil das System jede Eingabe akustisch quittiert.

Das ‘MMI touch’ erkennt auch die Zeichen aus asiatischen Sprachen. Wenn der Fahrer das Touchpad nicht zur Eingabe braucht, wird es auf eine Radio-Tastatur mit sechs Stationstasten umgeschaltet. Die ‘MMI Navigation plus’ im neuen Audi A6 arbeitet in enger Vernetzung mit den optionalen Assistenz- und Sicherheitssystemen. Die Daten der Route kommen den Steuergeräten der Scheinwerfer, des Automatikgetriebes und der adaptive Cruise Control mit Stop & Go-Funktion zugute. Dadurch können diese Systeme komplexe Szenarien erkennen und den Fahrer vorausschauend unterstützen. Der Nachtsichtassistent mit Personenerkennung nutzt eine Kamera, die kaum sichtbar im vierten Audi-Ring am Kühlergrill verborgen ist und gegen Verschmutzung sogar über eine eigene Waschdüse verfügt. Mit einem UMTS-Modul wird der A6 zum mobilen WLAN-Hotspot, an dem bis zu acht Geräte gleichzeitig ins Internet gelangen können.

Audi für morgen

Der edle und solide verarbeitete Innenraum ist eine der großen Stärken des neuen Audi A6. Wie beim A8 fährt der Multifunktionsbildschirm nun aus dem Armaturenbrett aus. - Bild: Audi

 

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