Trends 2011 – Mahle: Rohstoff-Preisschwankungen häufig spekulationsgetrieben

12.02.2011, 22:00 Uhr

Mahle-Chef Prof. Dr. Heinz K. Junker nahm im Rahmen der Trends-2011-Umfrage der AUTOMOBIL PRODUKTION Stellung zu den anstehenden Herausforderungen im Jahr 2011. Er äußerte sich zu den Auswirkungen auf das Produktportfolio des Stuttgarter Spezialisten für Produkte im Bereich Verbrennungsmotor und Motorperipherie.

"Extreme Schwankungen bei den Rohstoffpreisen machen uns arges Kopfzerbrechen", erklärt Prof. Dr. Heinz K. Junker, Vorsitzender der Mahle-Konzern-Geschäftsführung. - Bild: Mahle

AUTOMOBIL PRODUKTION: Herr Prof. Dr. Heinz K. Junker, Damoklesschwerter wie Rohstoffknappheit, Stichwort seltene Metalle, Währungs-Schwankungen/-Konflikte (Dollarschwäche/Eurostärke), der drohende Double Dip in den USA (verunsicherter Absatzmarkt) – welches sind Ihrer Ansicht nach die wahren Herausforderungen 2011 und darüber hinaus?
Ich sehe keine Rohstoffknappheit, sondern lediglich extreme Preisschwankungen, und diese machen uns in der Tat arges Kopfzerbrechen. Bei uns geht es da im Wesentlichen um Kupfer, Nickel, Aluminium, Silizium und Kunststoffgranulate. Und die extremen Preisschwankungen haben am wenigsten mit Verfügbarkeit und Nachfrage zu tun, sondern sind bereits wieder in hohem Maße spekulationsgetrieben. Seltene Erden sind für uns zur Zeit kein Thema, aber die China-Lastigkeit für einige dieser Metalle ist tatsächlich ein Thema, das uns langfristig beschäftigen wird.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Und Währungsrisiken?
Potenzielle Währungsschwankungen (Dollar/Euro) sind für unser Haus von eher geringerer Bedeutung, da wir ein nahezu komplettes natürliches Hedging haben, d.h. wir produzieren in einer Währungszone und verkaufen auch dort. Das gilt zum Beispiel für den Dollar, den brasilianischen Real, den japanischen Yen oder auch den chinesischen Yuan. Exporte von einer Währungszone in eine andere sind bei uns eher selten. Wenn sich allerdings durch generelle Krisen unserer beiden Hauptwährungen, also Euro und Dollar, eine generelle Wirtschaftskrise für eine gesamte Region entwickeln würde, dann hätte das sicher Auswirkungen auf uns.

Ich hoffe aber auf einen allgemein stabilen Absatzmarkt für 2011, wenngleich man sich für Nordamerika etwas mehr Wachstum wünschen würde als wir das zur Zeit wahrnehmen. Das gilt sowohl für die Light Vehicles als auch für Heavy Duty. Wir werden in 2011 in beiden Kategorien noch weit von ehemals normalen Produktionsstückzahlen entfernt sein.

Mittelfristig wird sich das Mahle-Produktportfolio nicht dramatisch verändern: Mitarbeiter bei der Kolbenproduktion in einem Mahle-Werk in Brasilien. - Bild: Mahle

AUTOMOBIL PRODUKTION: Stichworte Leichtbau/Downsizing, Integration mobiler (internetbasierter) Technologien/Dienste, E-Mobilität/Hybridisierung bei Fahrzeugen/Materialien: Welche Trends im Automobilbau werden Ihr Produktportfolio mittelfristig wie verändern? Und was will Ihr Kunde?
Mittelfristig wird sich unser Produktportfolio nicht dramatisch verändern. Durch das Motoren-Downsizing wird zwar die durchschnittliche Zahl der Kolben-/Zylinder-Einheiten pro Motor sinken, das gleichen wir aber mit neuen Produkten wie Turbolader und geregelte Pumpen sowie mit mehr Thermomanagement-Produkten mehr als aus. Und unser Kunde will immer bessere Funktionen zu immer geringeren Kosten.

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Die Fragen der AUTOMOBIL PRODUKTION stellte Andreas Gottwald

 

 

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