Trends 2011 – Rieter Automotive: Das Vorkrisen-Niveau erst 2013 wieder erreicht

05.02.2011, 17:00 Uhr

Rieter-Automotive-CEO Wolfgang Drees über die Perspektiven des Schweizer Lieferanten im Jahr 2011 – im Rahmen der Trend-Umfrage von AUTOMOBIL PRODUKTION.

"Die Märkte in Asien sind ein wichtiges Kapitel in unserer Unternehmensstrategie", sagt Rieters Automotive-Chef Wolfgang Drees. - Bild: Rieter

AUTOMOBIL PRODUKTION: Herr Drees, Post-Automotive- und Post-Finanzkrise 2008/2009, wahrscheinlich die schwerste Zeit seit 1929 und dem Zweiten Weltkrieg, mit Blick in Ihre Auftragsbücher, wie positiv ging 2010 für Rieter Automotive zu Ende?
2010 war für uns ein wichtiges Jahr, in dem wir nach der Krise die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft haben. Die konsequente Umsetzung unserer Kosteneinsparungsprogramme, einschliesslich der Schliessung von acht Werken weltweit, war hierbei entscheidend. Natürlich konnten wir auch von der Erholung der Märkte weltweit profitieren.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Die Verkaufszahlen 2010 zeigen einen hohen Anstieg in den asiatischen Märkten. Wie sieht die Strategie in den aufstrebenden Märkten bei Rieter Automotive aus?
Die Märkte in Asien sind ein wichtiges Kapitel in unserer Unternehmensstrategie. Wir haben den Fokus auf die Wachstumsregionen in China und Indien gelegt, um uns nicht zu „verzetteln“, sondern unsere Anstrengungen zu bündeln. Beim Ausbau unserer globalen Präsenz haben wir von vier neuen Werken im Zeitraum von 2009 bis 2010 drei in Asien errichtet. Hier bauen wir unsere starke Position bei europäischen, japanischen und amerikanischen OEMs in China weiter aus. Daneben wollen wir die Geschäftsbeziehungen zu regionalen OEMs in Indien und China stärken. Ein wichtiger Meilenstein für die Erschliessung der Kunden vor Ort war die Fertigstellung unseres Entwicklungszentrums in Shanghai in 2009. Hier können wir unseren Kunden nun auch lokal unsere Akustik- und Wärmemanagement-Kompetenz anbieten – besonders für unsere lokalen Kunden ein wichtiges Argument.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Was heisst das für den Produktionsstandort Europa? Ist der boomende Markt in Asien nicht eine direkte Konkurrenz zu Europa?
Für die Rieter-Produkte, wie beispielsweise Boden-Systeme oder Stirnwand-Verkleidungen, ergibt sich keine Konkurrenzsituation zwischen Europa und Asien, da aufgrund der hohen Logistikkosten für diese Teile ein Import, z. B. von China nach Europa unattraktiv ist. Viel mehr profitiert auch das Geschäft in Europa und Amerika von unseren Produktionsstätten in Asien, wenn es um die Vergabe von globalen Projekten geht.

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AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie sehen Sie Rieter Automotive im dynamischen und global ausgerichteten Marktumfeld?
Wir sehen den klaren Trend unserer Kunden, auf globale Plattformen zu setzen und diese auch immer konsequenter umzusetzen. Sie verlangen die Verfügbarkeit von ein und derselben Technologie in allen Weltregionen. Mit dem Ausbau unserer globalen Präsenz sind wir hierfür gut aufgestellt und haben Vorteile gegenüber lokalen Anbietern. Mit unseren Standorten in West- und Ost-Europa, Werken in Nord- und Südamerika, in Südafrika, sowie dem erweiterten Produktionsnetzwerk in Asien, insgesamt nun 7 Produktionswerke, können wir unsere Kunden weltweit bedienen. Intern können wir mit einem globalen Kundenmanagement-System schnell und effizient auf die Anforderungen der Kunden reagieren.

 

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