Trends 2011 – TMD Friction: Fortsetzung der Dynamik erwartet
John Hudson, Finanzvorstand (CFO) der TMD Friction Gruppe, sprach mit AUTOMOBIL PRODUKTION über seine Erwartungen an das Jahr 2011.

TMD Friction John Hudson, Finanzvorstand (CFO) der TMD Friction Gruppe, rechnet trotz herausfordernder Rohstoffmaterialpreise 2011mit einem stabilen Jahr in Europa - inklusive Deutschland. - Bild: TMD Friction
Wir bei TMD Friction können für das Jahr 2010 über eine Markterholung in beiden Segmenten berichten: PKW-Bremsbeläge wie auch LKW-Bremsbeläge. Dabei hat das Unternehmen besonders starkes Wachstum in China und in Brasilien gesehen. Für 2011 erwarten wir die Fortsetzung der in 2010 erlebten Dynamik – und zwar in allen drei Sparten: Bremsbeläge für die Automobilerstausrüstung, für den Aftermarket und Reibmaterialien für die Industrie. Dabei erwartet TMD Friction für 2011 ein stabiles Jahr in Europa, inkl. Deutschland, wobei die anziehenden Rohmaterialpreise für das Unternehmen eine Herausforderung darstellen. Für TMD Friction wird auch in 2011 China wieder ein besonders starker Wachstumsmarkt sein.
AUTOMOBIL PRODUKTION: Prof. Sinn vom Ifo rechnet für Deutschland – nach der vorhergesagten Apokalypse noch vor knapp zwei Jahren – nun mit „biblischen sieben fetten Jahren“. Trifft das Ihrer Ansicht nach zu? Wenn nicht, warum nicht für Sie?
Bei TMD Friction glauben wir nicht an die biblischen sieben fette Jahre – wir hatten schließlich die sieben mageren, schlechten Jahre nicht, die den fetten Jahren voraus gehen. Wir sehen Stabilität in Deutschland, Europa und auch in der Nafta-Region; die Wachstumsdynamik in den BRIC-Staaten wird wesentlich stärker sein.
AUTOMOBIL PRODUKTION: Damoklesschwerter wie Rohstoffknappheit, Stichwort seltene Metalle, Währungs-Schwankungen/-Konflikte (Dollarschwäche/Eurostärke), der drohende Double Dip in den USA (verunsicherter Absatzmarkt) – welches sind Ihrer Ansicht nach die wahren Herausforderungen 2011 und darüber hinaus?
Für die Rohstoffbeschaffung ist es ein riesiges Problem, dass die Preise weiter galoppieren werden. Ein anderes Problem sehen wir darin, dass jetzt – in der Erholung – in der Lieferkette die OEM und Tier-1 wieder in ihre alten Muster zurückfallen mit verlängerten Zahlungszielen und irrationale Verhalten bei den Bestellungen und die Wiederaufnahme der alten Verhaltensmuster, so dass man meinen könnte, aus der Krise nicht gelernt zu haben.
Profitabel zu arbeiten bleibt die größte Herausforderung: global und in Deutschland. Viele Kosten gehen nach oben: Rohstoffe (bei TMD sind das z.B. Kupfer, Zinn und Antimon), Energiepreise und Lohnkosten. Das bedeutet, dass wir an (fast) allen TMD-Standorten in den nächsten drei Jahren aktiv werden müssen, auch in Form von Investitionen, , um noch effizienter produzieren zu können.
AUTOMOBIL PRODUKTION: Stichworte Leichtbau/Downsizing, Integration mobiler (internetbasierter) Technologien/Dienste, E-Mobilität/Hybridisierung bei Fahrzeugen/Materialien: Welche Trends im Automobilbau werden Ihr Produktportfolio mittelfristig wie verändern? Und was will Ihr Kunde?
Hier sehen wie vier Kernaspekte, erstens die Globalisierung: Die Globalisierungsstrategien der OEM schlagen jetzt im Bereich der Bremsbeläge durch. In China und anderen asiatischen Märkten werden im Bremsbelag-Segment die Weichen gestellt, entweder den „europäischen Standard“ einzuschlagen oder dem „japanischen Standard“ zu folgen. Für TMD Friction ist das kein Problem, denn das Unternehmen hat Rezepturen für alle weltweiten Anforderungen wie auch eine Rezeptur für einen übergreifenden „Weltbelag“. Dann die Hybridisierung: In der Tat werden hierfür auch die Bremsbelagrezepturen angepasst. Auch Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt in der Entwicklung von Bremsbelagrezepturen: In der Entwicklung von Kupfer-freien Belägen ist TMD der Konkurrenz Meilen voraus. Und außerdem sind weitere F&E-Treiber für TMD die Dauerhaltbarkeit, lange Produktlebenszyklen und eine noch bessere Sicherheitsperformance.








