FORUM 2011: Elektromobilität bedingt einen Paradigmenwechsel

25.05.2011, 10:42 Uhr

Wie Elektromobilität unser Leben verändert, darüber sprach der President GM Europe, Nick Reilly, im Rahmen des Ludwigsburger AUTOMOBIL FORUMs am heutigen zweiten Kongresstag.

AF Stuttgart Reilly

Nick Reilly: Die Automobilindustrie steht kurz vor einer der größten Veränderungen in ihrer Geschichte. - Bild: Sabine Hofmann

Die Automobilindustrie steht kurz vor einer der größten Veränderungen in ihrer Geschichte, meint der ehemalige Opel-Chef. GMs europäische Marken Opel und Vauxhall fokussieren beispielsweise nicht mehr allein Europa, ihre Fahrzeuge könnten mittelfristig auch in China gebaut werden.

Nicht allein, dass zunehmend die Produktionsstandorte den Wachstumsmärkten folgen. Andere Trends, denen die Industrie begegnen müsse, sei die wachsende Urbanisierung, die zunehmende Zeit, die Autonutzer in ihren Fahrzeugen verbringen, sowie der Paradigmenwechsel, dass für jüngere Autonutzer “size doesn’t matter anymore”, also ein Fahrzeug mehr den momentanen Nutzungsprofil entsprechen muss, statt den Status des Nutzers zu unterstreichen. Das Anforderungsprofil für individuelle Mobilität ändert sich dramatisch.

Außerdem müsse der Nutzung erneuerbarer Energien zur Mobilisierung mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Denn die Kunden wollen weder auf Reichweite, Sicherheit noch auf ausreichende Transportvolumen im Fahrzeug verzichten.

“Elektromobilität bedingt einen Paradigmenwechsel für die Industrie, die Kunden und die Gesellschaft insgesamt. Sie birgt die Chance der Abkehr von fossilen Brennstoffen”, wie Reilly in Ludwigsburg vor 230 Teilnehmern beim AUTOMOBIL FORUM 2011 sagte. Mobilität könnte nun auf Basis erneuerbarer Energie erfolgen.

Opel und Vauxhall wollen den Ansprüchen mit Plug-In-Hybriden wie dem Ampera begegnen, aber auch mit dem Junior, einem reinen Elektroauto. Der Ampera sollte, laut Reilly, nicht mit einem konventionellen Hybrid verwechselt werden. Denn er könne weiter rein elektrisch fahren, und als Fahrer müsse man dank Benzintank trotzdem nicht auf Reichweite verzichten. Reilly erwartet, dass 2020 vielleicht 20 Prozent aller neu verkauften Pkw über alternative Antriebskonzepte verfügen könnten. Dabei will GM Europa eine führende Rolle spielen.

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Nick Reilly: 2020 könnten vielleicht 20 Prozent aller neu verkauften Pkw über alternative Antriebskonzepte verfügen. - Bild: Sabine Hofmann

Elektrische Antriebe ermöglichen eine ideale Einbeziehung erneuerbarer Energien in die Mobilität, so Reilly. Dazu bedarf es zwar noch weiterer Fortschritte bei den Speichermedien, etwa bei Wiederaufladezyklen, Gewicht, Leistungsausbeute der Batterien etc. Aber GM Europe arbeite auch weiter an der Brennstoffzelle und unterhält eine eigene H2-Fahrzeugflotte. Opel verfolge eben eine weitreichende Strategie, die verschiedene Antriebskonzepte beinhalte: rein batteriebetriebene Fahrzeuge, Fahrzeuge mit verlängerter Reichweite, und Wasserstoff-betriebene Fahrzeuge.

Für OEMs allgemein bedeute das Engagement bei alternativen Antriebskonzepten aber eine große Belastungsprobe, auch finanziell. Deshalb fordert Reilly auf dem Forum in Ludwigsburg staatliche Unterstützung, um alternative Fahrzeuge für die Märkte wettbewerbsfähig zu machen. Dabei seien andere Länder, etwa Frankreich oder die Niederlande, bereits weiter in ihren Ansätzen und Förderungen als andere.

Reilly fordert konkret: Es müsse ein klares Rahmenwerk in Europa geben, um Elektromobilität voranzutreiben. Nur so könne man in Europa die benötigten Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Elektromobilität schnell durchsetzen kann, zum Guten für den Kontinent, und für eine nachhaltige Zukunft.

 

 

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