US-Amerikaner greifen weiter zu deutschen Autos

03.07.2011, 16:02 Uhr

Der US-Autoabsatz hat im Juni mit plus 7,1 Prozent den zweiten Monat in Folge nur ein relativ langsames Wachstum gezeigt. Die Deutschen liegen wieder gut im Rennen.

GM Flagge breit

Erstmals seit Juli 2007 bedienten die"Big Three" wieder die Hälfte des Marktes. Davon erzielte General Motors einen Absatzzuwachs von elf Prozent. - Bild: dpa

Solide Zuwächse bei den deutschen und amerikanischen Herstellern deuten jedoch darauf hin, dass nicht die Konjunktur sondern die anhaltenden Lieferprobleme der vom Erdbeben betroffenen japanischen Fahrzeughersteller der Grund für die geringeren Zuwächse waren. Honda- und Toyota-Absätze brachen zweistellig ein.

Annualisiert rollten im Juni 11,45 Millionen Fahrzeuge aus den Autohäusern, Analysten hatten optimistisch auf zwölf Millionen Einheiten gehofft. Produktionsschwierigkeiten nach dem Erdbeben in Japan ließen die Verkäufe von Toyota und Honda um mehr als 20 Prozent absacken. Das Angebot der Fahrzeuge auf den Höfen der Autohäuser wird immer geringer, und dies macht sich negativ in den Verkaufszahlen bemerkbar.

VW Jetta USA

Nach wie vor zählt der Jetta in den USA zu den Topsellern in VW-Programm. - Bild: VW

Deutsche Premiumhersteller ganz vorne dabei

Volkswagen setzt seinen guten Lauf in den USA fort. Der größte europäische Autohersteller macht der amerikanischen und asiatischen Konkurrenz mit Kampfpreisen die Kunden streitig. Im Juni stiegen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um satte 35 Prozent auf mehr als 28.400 Wagen. Besonders beliebt war wieder einmal die kompakte Limousine Jetta, die Volkswagen zu Preisen ab 16.500 Dollar plus Steuern (11.400 Euro) in den Markt drückt.

Insgesamt fuhr die Kernmarke des VW-Konzerns in den ersten sechs Monaten des Jahres mit 154.100 verkauften Wagen ihr bestes erstes Halbjahr seit 2002 ein. Im zweiten Halbjahr soll der Wachstumskurs mit dem neuen, extra für den US-Markt entwickelten Passat sowie der neuen Generation des Beetle fortgesetzt werden. Auch die Schwestermarke Audi konnte glänzen. Sie schraubte die Juni-Verkäufe um annähernd 17 Prozent auf mehr als 10.000 Wagen hoch. So viele Autos hatte Audi noch nie zu dieser Jahreszeit verkauft.

Auch die anderen deutschen Premiumhersteller kamen gut weg. Die Marke BMW legte um 13 Prozent auf 21.600 Fahrzeuge zu. Besonders kräftig wuchs die Nachfrage nach dem Geländewagen X3. Inklusive der höchst erfolgreichen Kleinwagen von Mini stieg der Absatz sogar um 15 Prozent auf 26.900 Wagen. Erzrivale Mercedes-Benz wurde im Juni 19 Prozent mehr Personenwagen, Geländewagen und Sprinter-Transporter los und verkaufte fast 22.600 Wagen. Hier war es die E-Klasse, die brillierte. Porsches Absatz wuchs genauso schnell auf mehr als 2.500 Fahrzeuge.

Chrysler Jeep

Chrysler überraschte mit einem Verkaufssprung von 30 Prozent, was vor allem der Geländewagenmarke Jeep zu verdanken war. - Bild: Chrysler

“Big Three” wieder Marktführer in den Staaten

Der lange Zeit mit Schwierigkeiten kämpfende US-Hersteller Chrysler befindet sich dagegen wieder auf der Erfolgsspur. Nach dem fünfzehnten Monat mit Zuwächsen in Folge kann der inzwischen zu Fiat gehörende Autohersteller wieder den dritten Platz auf dem US-Markt für sich reklamieren. Das war vor allem der Geländewagenmarke Jeep zu verdanken. Mit 120.394 Fahrzeugen (+30 Prozent) überholte Chrysler Wettbewerber Toyota, der nur noch auf 110.937 Autos (-21 Prozent) kam.

Die “Big Three”, also die drei großen amerikanischen Hersteller, sind nun auch in der Realität wieder die Marktführer in den USA. Erstmals seit Juli 2007 bedienten die drei Konzerne wieder die Hälfte des Marktes. GM und Ford erzielten Absatzzuwächse von 11 Prozent bzw 13,6 Prozent.

dpa-AFX/Dow Jones Newswires/kru

 

 

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