Neue Spannungen zwischen VW und Suzuki

11.09.2011, 18:10 Uhr

Bei der holprigen Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und dem japanischen Autobauer Suzuki gibt es neue Probleme.

Suzuki Winterkorn breit

Volkswagen wirft dem japanischen Partner Suzuki Vertragsverletzung vor, zeigt aber weiter Gesprächsbereitschaft. - Bild: VW

Volkswagen sieht diesen Schritt als bedauerlich, aber notwendig an und hat Suzuki in diesem Zusammenhang Gespräche angebote

VW sieht den im Dezember 2009 geschlossenen Kooperationsvertrag als verletzt an, wie der Autobauer am Sonntag in Wolfsburg mitteilte.

Die Vertragsverletzung steht laut VW im Zusammenhang mit dem Bezug von Dieselmotoren seitens Suzuki durch einen anderen Hersteller. Nach Angaben aus Branchenkreisen handelt es sich dabei um Fiat.

Dies widerspricht aus VW-Sicht den Vertragsinhalten der Kooperation zwischen Volkswagen und den Japanern. Suzuki werde nun eine mehrwöchige Frist eingeräumt, den Sachverhalt zu korrigieren.

VW wirft Suzuki Vertragsverletzung vor

“Volkswagen sieht diesen Schritt als bedauerlich, aber notwendig an und hat Suzuki in diesem Zusammenhang Gespräche angeboten”, hieß es. VW sehe Suzuki aber weiterhin als attraktives Investment an.

Volkswagen hatte sich im Dezember 2009 mit 19,9 Prozent an Suzuki beteiligt. VW hoffte, von der Kompetenz der Japaner beim Bau günstiger Kleinwagen und ihrer starken Marktstellung in Schwellenländern zu profitieren. Suzuki erhoffte sich Zugang zu Zukunftstechnologien.

Osamu Suzuki

Osamu Suzuki: "Volkswagen spricht nicht mit uns und wir haben keine Pläne, mit Volkswagen zu sprechen." - Bild: Suzuki

Im Juli dieses Jahres aber hatte VW darauf hingewiesen, dass sich die Partnerschaft langsamer als erwartet entwickelt und angekündigt, eine Bewertung der Partnerschaft vorzunehmen. Diese Bewertung sei noch nicht endgültig abgeschlossen, hieß es.

Anfang September hatte das Branchenblatt “Automotive News” berichtete, zwischen den beiden Autoherstellern herrsche absolute Funkstille. “Volkswagen spricht nicht mehr mit uns”, zitierte das Magazin Suzuki-Chef Osamu Suzuki. Und weiter: “Wir haben nicht vor, mit ihnen zu sprechen.”

Suzuki fürchtet weiteren Einfluß von Volkswagen

Grund für die Differenzen sei offenbar ein VW-Unternehmensbericht, in dem Suzuki als eine Art Tochterunternehmen geführt wurde. Dabei sei der falsche Eindruck erweckt worden, die Wolfsburger könnten Einfluss auf Unternehmensentscheidungen bei den Japanern nehmen. Zuvor hatten Medien berichtet, die Japaner befürchteten, dass Volkswagen seinen Einfluss auf die Japaner ausweiten wolle.

Der bei VW für die internationale Zusammenarbeit zuständige Manager Hans Demant hatte im Juli in der “Automobilwoche” gesagt, Volkswagen und Suzuki seien eigenständige Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen. “Die Zusammenarbeit muss daher mit Bedacht entwickelt werden. Dies dauert leider etwas länger als ursprünglich erwartet.”

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dpa/kru

 

 

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