Peugeot setzt auf Wachstum in Schwellenländern
Der französische Autobauer Peugeot will der Marktschwäche in Europa mit neuen Modellen und höheren Verkäufen in den Schwellenländern begegnen.

Jean-Marc Gales: - Bild: Citroen
Für Indien kündigte Markenvorstand Jean-Marc Gales am Rande der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt drei Mittelklasse-Fahrzeuge an, die vor Ort für den lokalen Markt produziert werden sollen.
Dagegen wurden die Pläne für eine Billigmarke in Europa aufs Eis gelegt. Zusätzlich soll es aber vor allem für die Länder Nordafrikas und Osteuropas von beiden Konzernmarken Peugeot und Citroen eine günstige Mittelklasse-Limousine geben.
“Um im europäischen Markt besser zu bestehen, müssen wir unsere Marken mehr in Richtung Premium weiterentwickeln und unsere Fahrzeuge höher positionieren”, erläuterte Gales. Die Anbieter hochpreisiger Fahrzeuge, in erster Linie die deutschen Autobauer Audi, BMW und Daimler, wachsen derzeit schneller als der Gesamtmarkt.
Auf der anderen Seite drängen von unten koreanische Hersteller nach, und nach Meinung von Gales möglicherweise auch bald Chinesen. “Der Spielraum für die traditionellen Volumenhersteller wird enger”, sagte Gales. Mit der DS-Reihe von Citroen oder mit dem Sportwagen Peugeot RCZ zeige die Strategie des PSA-Konzerns schon klare Erfolge.
Hälfte aller Autoverkäufe außerhalb Europas
Zu den internationalen Märkten sagte Gales: “Wir wollen bis 2015 die Hälfte unserer Autos außerhalb Europas verkaufen.” Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres lag die Quote seinen Angaben zufolge bei 38 Prozent, vor vier Jahren noch bei 29 Prozent. Der überwiegende Teil des Wachstums werde dabei aus China und Indien stammen. In China baut Peugeot ein zweites Gemeinschaftsunternehmen auf, in Indien soll zunächst eine Montage aus fertigen Fahrzeugteilen hochgezogen werden. Mit den geplanten Mittelklasse-Modellen soll eine vollständige Fertigung folgen.
Die von Konzernchef Philippe Varin angekündigten Sparanstrengungen bestätigte Gales. Auf dem europäischen Markt erwarte er kein großes Wachstum, deshalb müssten Kostenstrukturen angepasst werden. “Das ist nichts Ungewöhnliches.” Eine Zielmarke für die Höhe der geplanten Einsparungen wollte Gales nicht nennen.
PSA hatte im Juli wegen steigender Rohstoffkosten und Produktionsausfällen in Japan die Gewinnprognose der Autosparte für das zweite Halbjahr um 300 Millionen Euro zurückgeschraubt. Das erste Halbjahr hatte der Konzern mit einem Umsatzanstieg um 9,7 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro abgeschlossen. Der Gewinn legte um 18,5 Prozent auf 806 Millionen Euro zu.
Peugeot weit von einem Einbruch entfernt
Bezüglich der aktuell kursierenden Rezessionsängste blieb Gales optimistisch: “Von einem wirtschaftlichen Einbruch wie 2008 sind wir weit entfernt.” Gleichwohl sagten erste Branchenbeobachter für das nächste Jahr eine Stagnation des europäischen Marktes voraus. “Es mehren sich die Anzeichen, dass der für 2012 erwartete Aufschwung des europäischen Automarkts vielleicht doch nicht kommt.” Darauf müssten sich die Hersteller einstellen. “Die beste Antwort auf eine Rezession sind neue Modelle und Innovationen”, umriss Gales seine Aufgabe im Konzern.
Die Nachfrage nach den beiden elektrisch angetriebenen Fahrzeugen Citroen C-Zero und Peugeot Ion liege im Plan, sagte Gales. Bislang seien 4.800 Bestellungen eingegangen. 2.400 Verkäufe in Europa bis Ende Juli bedeuteten einen Marktanteil von 38 Prozent bei den E-Fahrzeugen. “Wir sehen keine Warteschlangen vor den Händlern für die Elektroautos”, räumte Gales ein. Dazu seien batteriebetriebene Wagen noch zu teuer.
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dpa/kru






