Saab gibt sich nicht geschlagen
Der vom Aus bedrohte Autobauer Saab will vor Gericht erneut um Gläubigerschutz kämpfen und damit drohenden Insolvenzanträgen von Gewerkschaften zuvorkommen.

Kommen doch noch die aus China zugesagten Gelder? Saab-Chef Muller (li.) rechnet jedenfalls fest damit. - Bild: dpa
Konzernchef Victor Muller kündigte am Freitag im schwedischen Rundfunksender SR an, einen neuen Antrag auf Gläubigerschutz in zweiter Instanz am Montag einzureichen. Darin werde es “konkrete neue Angaben” über zugesagte Gelder aus China für den Neustart der Produktion geben.
Kommen die zugesagten Gelder?
Gleichzeitig gaben bei Saab vertretene Gewerkschaften in Medien bekannt, dass sie Insolvenzanträge wegen der nicht ausgezahlten Löhne und Gehälter für die 3.700 Beschäftigten vorbereiten. Zum voraussichtlichen Zeitpunkt hieß es, die Anträge könnten innerhalb weniger Arbeitstage vor Gericht eingereicht werden. Auch aus Kreisen der insgesamt mehr als 800 Zulieferer gelten baldige Insolvenzanträge als wahrscheinlich.
Saab war am Donnerstag mit einem ersten Antrag auf Gläubigerschutz beim Amtsgericht Vänersborg gescheitert. Die Produktion in Trollhättan liegt seit fünf Monaten wegen Geldmangels still. Als entscheidend für einen möglichen Neustart gilt, wie schnell die beiden chinesischen Autounternehmen Youngman und Pang Da die von ihnen zugesagten 245 Millionen Euro bereitstellen.
Doch nicht nur Experten sehen den schwedischen Hersteller am Abgrund. Richterin Cecilia Tisell schrieb in ihrer Entscheidung: “Es erscheint unklar, wie das Unternehmen in der Lage sein soll, die Liquiditätskrise zu überwinden und die Geschäftstätigkeit fortzuführen. (…) Die Möglichkeiten des Unternehmens, den Betrieb erfolgreich zu sanieren, scheinen nicht besser als im Jahr 2009.”
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dpa-AFX/kru






