Vereinfachung und keine Mehrbelastung

24.09.2011, 12:02 Uhr

Eine einfachere Firmenwagenbesteuerung, das wünscht sich nicht nur der Geschäftsführer des VDA, Klaus Bräunig.

AF Stuttgart Klaus Bräunig

Klaus Bräunig: "Die heutige Regelung ist zu kompliziert, und was wir bisher an Änderungen erlebt haben, ist das Gegenteil einer Vereinfachung." - Bild: Sabine Hofmann

Zur Eröffnung der Fachveranstaltung “Auto und Steuern” auf der IAA in Frankfurt sprach er sich vehement für eine entsprechende Änderung der gegenwärtigen Steuerpraxis aus. Der Verband der Automobilindustrie sieht hier dringenden Handlungsbedarf: “Die heutige Regelung ist zu kompliziert, und was wir bisher an Änderungen erlebt haben, ist das Gegenteil einer Vereinfachung”, so Bräunig.

Unterstützt wird Bräunig in seiner Argumentation u.a. von Prof. Frank Balmes (Steuerberatungsgesellschaft PKF), der die wachsende Komplexität der Firmenwagenbesteuerung darlegte. Hans-Joachim Vanscheidt, Leiter der VDA-Steuerabteilung, schlug vor, die geforderte Überarbeitung mit der anstehenden Vereinfachung des steuerlichen Reisekostenrechts zu verbinden.

Auch kritisierte der VDA die EU-Pläne zur europaweit schrittweisen Anhebung der Dieselkraftstoff-Besteuerung für Pkws und Nutzfahrzeuge ab 2013.

Erhöhung wäre ökologisch kontraproduktiv

Die geplante drastische Erhöhung der Dieselsteuer würde erhebliche Verwerfungen im bestehenden Mix von Benzin- und Dieselfahrzeugen nach sich ziehen und damit auch ökologisch kontraproduktiv sein. Selbst bei einer jetzt ins Gespräch gekommenen langen Übergangsfrist bis zum Jahr 2023 bliebe dieser Ansatz von vornherein verfehlt. Bräunig begrüßte, dass es von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat bislang keine Zustimmungssignale zur Neuregelung gebe.

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer rechnet allerdings nicht damit, dass die Entscheidung “so dramatisch gegen die Dieseltechnologie ausfällt, wie das jetzt besprochen wird”.

Peter Bille aus dem Bundesfinanzministerium machte deutlich, dass sich die deutschen Politiker in Brüssel gegen den Grundsatz “Gleicher Steuersatz bei gleicher Verwendung von Energieerzeugnissen” wenden würden. Abgelehnt werde die Einführung einer CO2-Besteuerung für Energiezeugnisse und die Aufteilung der Energiebesteuerung in eine Energieverbrauchs- und eine CO2-Komponente jeweils mit einem eigenen Mindeststeuersatz.

Klare Absage an die Pkw-Maut

Die vom Vorsitzenden des VDA-Steuerausschusses, Gerd Faber, moderierte Diskussionsrunde hatte die Kraftstoffpreise und die Einführung der Pkw-Maut auf der Agenda. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, und Jürgen Albrecht vom ADAC erteilten der Einführung einer Pkw-Maut eine klare Absage. Hauptgegenargument war vor allem die bereits bestehende immense Belastung der Autofahrer mit Steuern und Abgaben.

Auto-Reporter.NET/br

 

 

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