Volkswagen stellt Sparmobil für Alleinfahrer vor
Volkswagen präsentiert auf der IAA in Frankfurt Nils. Die Studie eines einsitzigen Elektro-Fahrzeugs zeigt, wie sich die Ingenieure die urbane Welt von morgen vorstellen.

VW Studie Nils: Mit Alu-Space-Frame-Karosserie, Flügeltüren und freistehenden Rädern völlig emissionsfrei und geräuschlos in Richtung Zukunft. - Bild: VW
“Das Ziel des Projektes Nils ist es, ein technisch konkretes und wirtschaftlich tragfähiges Fahrzeugkonzept für die Mikromobilität zu erarbeiten, das den Individualverkehr dank Elektroantrieb effizienter und umweltverträglicher gestaltet.”, so Entwicklungsvorstand Dr. Ulrich Hackenberg
Die Konzernforschung hat intensiv den Pendler-Verkehr analysiert und aus diesen Erkenntnissen Nils entwickelt. Die Forschungsergebnisse wurden den Entwicklungsabteilungen aller Marken – von A wie Audi bis V wie Volkswagen – zur Verfügung gestellt. Dr. Ulrich Hackenberg: “Nils ist dabei alles andere als eine Trockenübung sondern sehr konkret. Trotz der kompakten Dimensionen erfüllt die Studie zum Beispiel sämtliche Sicherheitsanforderungen an moderne Fahrzeuge. Pendler wären also nicht nur umweltschonend, sondern auch sehr sicher mit diesem Auto unterwegs.”

Dr. Ulrich Hackenberg: "Das Ziel des Projektes Nils ist es, ein technisch konkretes und wirtschaftlich tragfähiges Fahrzeugkonzept für die Mikromobilität zu erarbeiten." - Bild: VW
Das ideale Fahrzeug für Pendler
Mit einer Reichweite von 65 Kilometern würde der 130 km/h schnelle Nils – in Deutschland – für die Mehrzahl der beruflichen Pendler das ideale Fahrzeug sein; denn 73,9 Prozent aller beruflichen Pendler, so das Statistische Bundesamt, legen auf dem Weg zur Arbeit weniger als 25 Kilometer zurück – zu 90 Prozent allein.
Nils ist nur 3,04 Meter lang, rund 50 Zentimeter kürzer als der neue Up von Volkswagen. In der Breite von Rad zu Rad misst die Studie 1,39 Meter; die Karosserie selbst ist nur 0,86 Meter breit. Hoch ist Nilss nur 1,2 Meter. Ein Porsche 911 bringt es auf 1,31 Meter.
Das Grundlayout entspricht einem Formel 1-Boliden: Fahrer in der Mitte, Motor hinten, Alu-Räder freistehend. Die 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sind mit rollwiderstandsoptimierten Reifen der Dimensionen 115/80 (vorn) und 125/80 (hinten) bestückt.
Mit seinen 460 kg und 15 kW E-Motor (kurzzeitig auch 25 kW) beschleunigt Nils mit konstant 139 Nm Drehmoment und ESP in knapp elf Sekunden auf hundert und ist in der Spitze 130 km/h schnell. Die Lithium-Ionen-Batterie (5,3 kWh) reicht für bis zu 65 Kilometer und ist nach zwei Stunden an einer normalen Steckdose wieder voll aufgeladen. Der 19 kg leichte Elektromotor liegt zusammen mit dem Getriebe und der Batterie über der angetriebenen Hinterachse.
Elektronische Helferlein wie Notbremsfunktion mit Laser Sensor oder automatische Distanzregelung sind in der automobilen Zukunft serienmäßig. Allerdings gibt es bei dem leichten Fahrzeug keine Servo-Lenkung mehr und auch die Aussenspiegel werden bei dem schmalen Nils wieder von Hand eingestellt…
Minimalmobilität als Zukunftskonzept
Ob Nils nach der Premiere je auf die Straße rollt, ist ungewiss. Im VW-Konzern räumt man der Minimalmobilität aber offenbar große Zukunftschancen ein. Konzerntochter Audi präsentiert in Frankfurt mit dem Urban Concept einen vergleichsweise großen Zweisitzer. Zudem soll die ebenfalls vergleichbare und bereits Anfang des Jahres gezeigte Öko-Auto-Studie VW XL1 2012 wohl zumindest in Kleinserie gehen.
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Auto-Reporter/um






