Forum Graz 2011: Business Development in China – die Valeo-Sicht
Über die China-Strategie eines Lieferanten spricht Jean-Luc di Paola-Galloni von Valeo am ersten Veranstaltungstag auf dem Grazer Kongress.

Jean-Luc di Paola-Galloni: "In fünf Jahren habe sich der chinesische Markt verdreifacht. Wer hätte dies noch 2005 oder 2006 geahnt?" - Bild: Heinz A. Pachernegg
Der Vice-President, Sustainable Development and External Affairs, spricht über die Chancen und Risiken des chinesischen Markts aus Sicht eines Tier1-Suppliers. Den chinesischen Markt mache besonders attraktiv, so der Valeo-Mann, dass er gemeinsam mit dem südamerikanischen 50 Prozent des Wachstums im Zeitraum von 2008 bis 2015 repräsentiere. China werde zudem der führende Markt für Elektromobilität.
In fünf Jahren habe sich der chinesische Markt verdreifacht: „Wer hätte dies noch 2005 oder 2006 geahnt?“, fragt der Valeo-Mann das Auditorium in Graz. 2012, so Paola-Galloni, werde der chinesische Markt größer sein als der nordamerikanische. Die stärkste Bevölkerung weltweit, mit einem jährlichen Wachstum von zehn Prozent, biete sehr viele Möglichkeiten, aber eben auch Risiken.
Mit Blick auf den Vortrag des Volkswagen-Manns Hans Demant, sagt Paola-Galloni, könne er nur bestätigen, dass man in einem solchen Markt präsent sein müsse. Mit Blick auf die wachsenden Regionen in China, sagt Paola-Galloni, dass jedes Wachstum dort seinen politischen Counterpart habe. Die Anziehungskraft der Regionen sei immens. Ein gutes Beispiel sei etwa BYD, die ja ursprünglich nicht aus dem Automotive-Bereich stamme.
Man muss in China präsent sein
Als westliches Unternehmen erstaune einen die Geschwindigkeit, mit der die Chinesen voranschreiten. Dies sei eine der größten Herausforderungen, erläutert Paola-Galloni. Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt sei es, mit den lokalen OEMs eng zusammenzuarbeiten. „Man muss die neuesten Technologien einführen“, sagt der Valeo-Mann dazu. Man schaue dort auf die Kosten, dennoch verlange man in China das Neueste. In diesem Wettbewerbsumfeld liege die Herausforderung für einen westlichen Zulieferer darin, eine Marke zu sein, für die zu arbeiten die Menschen stolz sind. Dies sei ein weit größeres Langfrist-Ziel als etwa die attraktiven Kosten auf dem chinesischen Markt, so Paola-Galloni.
Valeo verfüge über eine massive Präsenz in China. Man setze dort knapp 8000 Menschen ein und habe acht R&D-Zentren mit knapp 600 Ingenieuren. Die Strategie eines Tier1-Supplier dort müsse es sein, zu kooperieren. Man müsse erreichen, ein starker Partner zu werden und etwa auch Bildungseinrichtungen miteinzubeziehen. Hinzu zähle auch ein ausbalanciertes Kundenportfolio. Rein chinesische Player hätten 2010 bereits die drittgrößte Gruppe ausgemacht. Sehr stark im Kommen sei aber einmal mehr der Koreaner Hyundai.
Zu den Inhalten der laufenden Referate folgen aktuelle, kurze Sondermeldungen im weiteren heutigen und morgigen Tagesverlauf – exklusiv auf www.automobil-produktion.de
G. Fuchslocher





