Forum Graz 2011: Intelligent global aufgestellt
Über den Transfer unternehmenseigener Fertigungsleistung in Zukunftsmärkte referiert Dr. Bernd Häuser von Bosch. Ein intelligenter ‘Footprint’ beinhalte “lokale Kompetenzzentren in einem globalen Rahmen”. Häuser erläuterte dazu einige Aspekte des Bosch Business Systems, kurz BBS.

Bernd Häuser: "Wichtig ist, dass die Qualität von Produkten, egal wo und wie gefertigt, überall dieselbe ist."
Die Volatilität der Märkte zwinge auch ein Unternehmen wie Bosch, sich zunehmend mit lokaler Entwicklung und lokalen Fertigungen so zu positionieren, um weiterhin erfolgreich agieren zu können. Dabei sei es laut Dr. Bernd Häuser wichtig, dass die Qualität von Produkten, egal wo und wie gefertigt, überall dieselbe ist. Zudem sei es essentiell, dass man mit den richtigen Produkten nicht nur zur richtigen Zeit sondern auch auf dem richtigen Markt sei.
Richtige Produkte zur richtigen Zeit
Im Rahmen einer Produkt- und Technologieplanung definiere Bosch laut Häuser dafür auch sogenannte Core-, Key- und Standard-Technologien: Boschs Fertigungsplanung hängt beispielsweise größtenteils vom erwarteten Absatzvolumen in Abhängigkeit zur Länge des Produktlebenszykluses ab. Auf dieser Basis entscheiden sich beispielsweise bei Bosch der Grad der Automatisierung in den Werken oder auch die Standortwahl für eine Fertigungslinie oder eine Produktionsstätte. Wichtige Argumente für oder wider Automatisierung seien laut Häuser beispielsweise die Verfügbarkeit von fachlich geschulten Mitarbeitern, die Kapazitäten lokaler Anlagen- und Werkzeugbauer sowie die örtlichen Gehaltsstrukturen.
Auf Basis der erfassten BPS-Daten lassen sich auch Bosch-eigene Standorte vergleichen und deren Reifegrad bewerten. Um die BPS-Prinzipien weltweit umzusetzen zu können, setzt Bosch im International Production Network (IPN) auf sogenannte Leitwerke, an denen verschiedene Fertigungswerke hängen. Über den wechselseitigen Austausch von Mitarbeitern zwischen Leitwerken und den jeweiligen Satelliten wird der Informationsaustausch gewährleistet und auch sichergestellt, dass alle Werke schnell auf den neusten Stand kommen. Im Fall der weltweiten ABS-Produktion koordiniert beispielsweise das deutsche Bosch-Werk Blaichach sieben weitere IPN-Standorte in Charleston (USA), Tochigi, Yokohama (beide Japan), Suzhou (China), Moulins (Frankreich), Campinas (Brasilien) und Melbourne in Australien.
Dr. Häuser ist bei der Robert Bosch GmbH als Direktor Zentralabteilung Fertigungskoordination, Entwicklung Produktionssystem und Investitionsplanung tätig. Er erklärte den Kongressteilnehmern in Graz den konzerneigenen Produktentstehungs- und -produktionsprozess (Bosch Product Engineering System (BES) und das Bosch Produktionssystem, kurz BPS), der im Rahmen des Bosch Business Systems (BBS) stattfindet. Zum BBS gehören zudem noch das Bosch Sales & Marketing System (BSS) sowie auch sogenannte ‘Management and Support Systems’.
Zu den Inhalten der laufenden Referate folgen aktuelle, kurze Sondermeldungen im weiteren heutigen und morgigen Tagesverlauf – exklusiv auf www.automobil-produktion.de
Andreas Gottwald





