Forum Graz 2011: Wie BMW in Zukunft unterwegs ist
Wie BMW künftigen Herausforderungen hinsichtlich individueller und nachhaltiger Mobilität begegnet, erzählt Ulrich Kranz, Leiter project i bei dem Münchener Autobauer.

Stellte das Project i auf dem AUTOMOBIL FORUM 2011 in Graz vor: Ulrich Kranz, Leiter project i, BMW Group.
BMW hat das Project i einmal als Think Tank gestartet. Nun werden erste Fahrzeuge gebaut und Carbon-Karosserien gebacken.Die Submarke BMW i ist gelauncht.
Ausschlaggebend für das Project i waren laut Projektleiter Ulrich Kranz zu erwartende Trends, wie hinsichtlich Umwelt, Urbanisierungstendenzen, politischen ‘Leitplanken’, die Kostenentwicklung beim Ölpreis, also die Wirtschaftlichkeit, die die individuelle Mobilität der Zukunft massiv beeinflussen werden. Darüber hat man sich bei BMW frühzeitig Gedanken gemacht, und gefragt wie die Mobilität künftig aussieht.
Das Thema Nachhaltigkeit steht laut Projektleiter Kranz ganz oben auf der Agenda des Münchener Premiumherstellers. Im Rahmen von Project i wurden zuerst Marktuntersuchungen umgesetzt: Wie werden sich urbane Infrastrukturen entwickeln, kommen Fahrzeuge künftig noch in die Städte hinein? Das waren nur einige der Fragen. Bei BMW sprach man mit Stadtplanern, Bürgermeistern und Menschen über diese Themen, aber auch über ihre Wünsche und Ansprüche an künftige Fahrzeuge.
Ein Ergebnis: Künftig werden zwar Städte keine Autos im Stadtgebiet ganz verbieten, aber deren Einfahrt, preislich an den Ressourchenverbrauch gekoppelt, steuern. Beispiel für viele andere urbane Gebiete weltweit ist die City of London.
Deshalb setzt BMW auf ein Nullemissionsfahrzeug. Mit der neuen Submarke BMW i soll dies auch über die Form der neuen Fahrzeuge klar und sichtbar werden. Doch zunächst wurde 2009 aber mit dem Mini E eine 500 Fahrzeuge starke Testflotte aufgebaut, 2011 folgt jetzt noch mit den BMW Active E eine weitere Flotte mit insgesant 1.100 Fahrzeugen auf Basis eines E-1ers. Zugekauft werden hier, anders als beim Mini E, nur noch die Stacks von SB Limotive, einem Joint Venture von Bosch und Samsung. Der Rest wurde komplett bei BMW entwickelt und produziert. Doch dieses Fahrzeug ist laut Kranz natürlich noch optimiert auf Verbrennungsmotoren, also großer Motor, kleiner Tank, während E-Fahrzeuge einen recht kleinen E-Antrieb, aber ein großes Batteriepack benötigen.

BMW setzt auf kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (CFK), um das hohe Gewicht der Batterien bei den den Kompaktwagen BMW i3 und den Sportwagen i8 auszugleichen. - Bild: BMW
Deshalb entwickelten die Münchener ihre Lifedrive-Architektur, optimiert für Fahrzeuge mit E-Antrieben. Das ist eine Kombination aus CFK-Fahrgastzelle mit einem Lithium-Ionen-Batteriepackage im Fahrzeugboden.
Das Megacity Vehicle i3 beispielsweise ist als Viersitzer mit E-Heckmotor angelegt. Es verfügt über eine Thermoplastkunststoff-Außenhaut, die Carbonfasern kommen in den wichtigen Karosseriestrukturen zum Einsatz, die Li-Io-Batterie des i3 wird flüssigkeitsgekühlt. Gegenüber einen BMW 118d (100 Prozent) verfügt der i3 im konventionellen EU-Strommix über einen deutlich geringeren CO2-Fussabdruck von nur 66 Prozent; mit regenerativ gewonnenem Strom sind sogar nur 50 Prozeent möglich.
Mit dem i8 entwickelte BMW zudem einen Supersportwagen, der als Hybrid bis zu 30, 40 Kilometer rein elektrisch, zum Beispiel innerstädtisch, fahren kann und über genügend Reichweite für Fahrten über Land verfügt.
In den BMW-i-Fahrzeugen werden auch Kunststoffrezyklate sowie nachwachsende Rohstoffe wie Naturfasern auch im sichtbaren Bereich, etwa im Innenraum, eingesetzt. Auch deren Produktion soll noch deutlich nachhaltiger ausfallen.
Zudem will BMW auch sein Angebot an Mobilitätsdienstleistungen ausbauen, dazugehören etwa Apps für Smartphones wie ‘DriveNow’, ‘My CityWay’ oder ‘Park at my House’.
Andreas Gottwald





