BMW setzt auf USA als größten Absatzmarkt

16.11.2011, 10:41 Uhr

Der Münchner Premiumautobauer setzt künftig auf die USA als größten Absatzmarkt für seine Modelle und erwartet einen weiteren Absatzschub durch den neuen 3er.

BMW Eichiner breit

Friedrich Eichiner: "Wir sind optimistisch hinsichtlich des Wachstumspotentials in den USA und sehen das Land als größte Verkaufsregion." - Bild: BMW Group

Die USA würden Deutschland als größte Verkaufsregion für BMW in den kommenden Jahren wieder hinter sich lassen, sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner am Dienstagabend. 2012 könne das Wachstum in dem Land im zweistelligen Bereich liegen.

“Wir sind optimistisch hinsichtlich des Wachstumspotentials in den USA”, sagte Eichiner bei der Präsentation des neuen BMWs aus der 3er-Serie. Als Gründe führte er positive demographische Trends an sowie die Menge veralteter Autos, die auf den US-Straßen unterwegs seien und bald ersetzt werden müssten. Für den deutschen Markt erwartet er dagegen nur ein geringes Wachstum. Bis zur Finanzkrise 2008 waren die USA der größte Absatzmarkt für BMW.

Die jüngsten Sparmaßnahmen in Europa zur Lösung der Schuldenkrise gingen in die richtige Richtung, sagte der Manager. Die Frage sei nun, ob die Länder wirklich bereit seien, die Reformen auch umzusetzen.

BMW 3er

Die neue Generation der 3er-Serie soll sowohl beim Absatzvolumen als auch beim Gewinn für neuen Schub sorgen. - Bild: BMW Group

Neuer 3er soll für weiteren Absatzschub sorgen

Die neue Generation der 3er-Serie soll sowohl beim Absatzvolumen als auch beim Gewinn für neuen Schub sorgen. Eichiner erwartet vor allem dank geringerer Einkaufskosten für Teile und Komponenten Einsparungen von neun Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell.

Die neue 3er-Limousine wird ab Februar 2012 in den Autohäusern stehen zu einem Preis von 35.350 bis 43.600 Euro, je nach Motorisierung. Die Angebotspalette wird im Zuge des kommenden Jahres erweitert. So soll im kommenden Herbst ein Hybridfahrzeug auf den Markt kommen.

Hauptabsatzmärkte für das neue Modell sind laut CFO Eichiner die USA, China, Großbritannien und Deutschland. Der Manager erwartet, dass sich China hinter den USA und vor Deutschland als zweitgrößter Absatzmarkt für den 3er etablieren wird.

China als zweitgrößter Absatzmarkt für den 3er

Anfang November hatte BMW neue Rekordzahlen für das dritte Quartal bei Absatz, Umsatz und Gewinn gemeldet und sich zuversichtlich für das weitere Wachstum im kommenden Jahr geäußert. Eichiner sagte jedoch, die Marktschwankungen würden in den kommenden Jahren wegen des unsicheren Ausblicks anhalten.

Im Oktober hatte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer eine Verlangsamung des Wachstums im Jahr 2012 prognostiziert. Zudem geht er davon aus, dass die Schwankungen an den Märkten noch bis 2015 anhalten werden. Eine Rezession erwartet er aber nicht. Auf beiden Seiten des Atlantiks sei noch nichts von einer sich eintrübenden Nachfrage nach Premium-Autos zu spüren.

BMW erwartet aufgrund der verjüngten Modellpalette auch in den kommenden Monaten weiteres Wachstum. Helfen soll dabei unter anderem die neue Generation des 5er, die jüngst auf den Markt gebracht wurde. Im vierten Quartal werde sich der positive Absatztrend fortsetzen. Allerdings werden 500 Mio EUR an Einführungskosten für die neuen Modelle 1er und 3er und saisonale Effekte den Gewinn belasten. Die Profitmarge wird voraussichtlich unter 11,9% und damit unter das Niveau des dritten Quartals fallen.

BMW will die Pole Position weiter behaupten

Mehr als eine Milliarde Euro will BMW für die Produktion des neuen 3ers in seine Werke investieren. Paroli bieten soll das Modell vor allem Daimlers C-Klasse und dem Audi A4. Der neue 3er ist die sechste Baureihe dieses wichtigen Modells. Seit der ersten Generation 1975 wurde das Modell 12,5 Millionen Mal verkauft. 2010 entfielen rund ein Drittel des gesamten BMW-Absatzes auf den 3er.

Für das laufende Jahr strebt die BMW AG einen neuen Absatzrekord von mehr als 1,6 Millionen Fahrzeugen der Marken BMW, Rolls-Royce und Mini an. Beflügelt werden dürfte das Wachstum von dem neuen 5er und der hohen Nachfrage nach Geländelimousinen. In den ersten zehn Monaten stand ein Absatz von 1,37 Millionen Einheiten zu Buche, ein Plus von 15 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

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Dow Jones Newswires/kru

 

 

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