BMW will Dieselmotoren an Toyota liefern
Die Autokonzerne Toyota und BMW wollen einem Zeitungsbericht zufolge künftig zusammenarbeiten und planen eine umfangreiche Motorenkooperation.

Die geplante Kooperation sieht vor, dass künftig Dieselmotoren an Toyota liefert. - Bild: Toyota
Eine geplante Kooperationsvereinbarung sieht unter anderem vor, dass BMW in Zukunft Dieselmotoren an die Japaner liefert, wie die Wirtschaftszeitung “Nikkei” am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) berichtet.
Toyota wolle damit den eigenen Marktanteil in Europa erhöhen. Derzeit liegt der Marktanteil des japanischen Autokonzerns in Europa laut Zeitung bei etwa vier Prozent.
Toyota will Marktanteil in Europa erhöhen
2010 waren die Absatzzahlen der Japaner in Europa um neun Prozent auf 810.000 Fahrzeuge gefallen. Ursprünglich hatte Toyota gehofft, den Marktanteil in Europa mit Hilfe von Hybridfahrzeugen zu steigern. Allerdings werden 60 Prozent aller Pkw auf Europas Straßen von Dieselmotoren angetrieben.
Bei den Motoren, die BMW liefern soll, handelt es sich laut Nikkei in erster Linie um 2-Liter-Motoren für Mittelklasse-Wagen. Über Umfang und Startzeitpunkt der Lieferbeziehung müsse noch entschieden werden. Bei BMW war für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.
Mit dem Schritt wolle Toyota Entwicklungskosten einsparen und die Profitabilität seiner Dieselfahrzeuge verbessern. Dies eröffne weitere Spielräume für die Entwicklungsarbeit bei Hybridantrieben.
Davon könnte auch BMW profitieren, sofern die Münchener Einblick in die Entwicklungsarbeit erhalten. Überdies könne BMW durch größere Produktionsmengen bei Dieselmotoren die Fertigungskosten senken. Im Bereich Hybridfahrzeuge sind beide Autokonzerne auch schon mit anderen Partnern engagiert.

Norbert Reithofer: Die Belieferung Dritter mit Motoren ist Bestandteil der Unternehmensstrategie von BMW. - Bild: BMW Group
Nicht die erste Kooperation
Im Oktober hatte BMW ein Joint Venture zusammen mit PSA Peugeot Citroen aus der Taufe gehoben, das ab 2015 Hybridkomponenten produzieren soll. In das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen “BMW Peugeot Citroën Electrification” sollen insgesamt 100 Millionen Euro investiert werden. Toyota kooperiert seit August mit Ford bei der Entwicklung von Hybridfahrzeugen.
BMW-Chef Norbert Reithofer hat die Belieferung Dritter mit Motoren zum Bestandteil der Unternehmensstrategie gemacht. Die bisherigen Vereinbarungen laufen aber schleppend an.
Wegen der möglichen Pleite von Saab steht die Belieferung des schwedischen Autobauers infrage. An den US-Nischenhersteller Tesla sollen vergleichsweise geringe Stückzahlen gehen. Der US-Polizeiwagenhersteller Carbon Motors will laut Abmachung von 2010 zwar mehr als 240.000 Dieselmotoren beziehen, hat aber noch Probleme, den Wagen überhaupt auf die Räder zu stellen.
Toyota ist zwar in den vergangenen Monaten von Massenrückrufen und den Naturkatastrophen belastet worden, gehört aber nach wie unter den Autobauern zum weltweiten Spitzentrio.
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Dow Jones Newswires/dpa/kru





