Ex-Porsche-Chef Wiedeking als Investor unterwegs
Beim Kaufhof-Interessenten Signa ist mit Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ein alter Bekannter wieder aufgetaucht.

Neue Aufgaben warten auf den Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. - Bild: dpa
Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa mischt der Manager seit einiger Zeit als Investor bei der österreichischen Immobilienfirma mit.
Deren Chef René Benko hatte dies in Interviews dem “Handelsblatt” und der “Süddeutschen Zeitung” (Donnerstag) zuvor schon bestätigt.
Die nächste große Nummer für Wiedeking?
“Er war von Anfang einbezogen in die Gespräche mit der Metro”, sagte der Gründer der Signa-Gruppe dem “Handelsblatt”. Außerdem ziehe Wiedeking auch gerade in den Beirat und die Aufsichtsräte verschiedener Signa-Beteiligungen ein.
Benko, der Wiedeking als engen Freund bezeichnete, sagte der “Süddeutschen Zeitung”: “Für den Fall, dass wir Kaufhof erwerben, wird er sich an meiner Seite engagieren.” Wiedeking soll es auch gewesen sein, der vor einigen Wochen bei Metro-Chef Eckhard Cordes, einem langjährigen Weggefährten, das Interesse von Signa an der Metro-Warenhaustochter Kaufhof signalisiert haben soll.
Enge Freunde aus alten Zeiten
Die beiden früheren Automanager kennen sich schon seit Jahren. Cordes saß in Stuttgart im Vorstand der damaligen DaimlerChrysler AG. Vom Trainee hatte er es bis an die Spitze der Pkw-Sparte gebracht.
Der Sprung auf den Chefsessel blieb dem promovierten Diplom-Kaufmann aber verwehrt: 2005 zog er im Machtkampf um die Nachfolge von Jürgen Schrempp gegen den heutigen Konzernlenker Dieter Zetsche den Kürzeren. Enttäuscht verließ Cordes nach fast 30 Jahren das Unternehmen.
Porsche-Desaster noch immer nicht ausgestanden
Wiedeking musste beim benachbarten Autobauer Porsche nach dem verlorenen Übernahmekampf mit VW Ende Juli 2009 seinen Hut nehmen. Damit ist das Thema Porsche für ihn aber noch nicht erledigt, die juristischen Auseinandersetzungen laufen noch. So ermittelt etwa die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Wiedeking wegen Untreue. Hintergrund: Der Ex-Vorstandschef könnte bei der geplanten Übernahme mit Aktienkurssicherungsgeschäften existenzgefährdende Risiken für Porsche eingegangen sein.
Wiedeking hat sich nach seinem Abgang bei Porsche längst nicht zur Ruhe gesetzt. Er hat in mehrere Firmen investiert – unter anderem in eine Bauträgerfirma, einen Schuhhersteller, zwei PR-Firmen sowie mehrere Online-Reisebüros.
Auch ein Grieche mit von der Partie
Auch das Immobiliengeschäft ist für ihn keineswegs neues Terrain. Der Manager ist bereits seit Jahrzehnten in der Branche aktiv. Schon als Student gründete und führte Wiedeking ein Maklerbüro. Mit dem verdienten Geld finanzierte er sein Maschinenbaustudium. Auch heute noch hat Wiedeking eine eigene Immobilienfirma und ist an weiteren Unternehmen beteiligt.
Nach Benkos Darstellung ist Signa, bei der auch der griechische Reeder und Milliardär George Economou als Gesellschafter fungiert, mit einem Investitionsvolumen von 4,5 Milliarden Euro Österreichs größte Immobilienfirma.
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dpa-AFX/kru





