Leoni mit neuem Umsatzrekord
Der Kabel- und Bordnetz-Spezialist Leoni hat dank der unvermindert hohen Nachfrage aus der Auto- und Investitionsgüterindustrie einen neuen Umsatzrekord eingefahren.

Klaus Probst: Wir rechnen auch im laufenden vierten Quartal mit voll ausgelasteten Werken. - Bild: Leoni
Die Ziele für das Gesamtjahr 2011 bekräftigte Unternehmenschef Klaus Probst am Dienstag in Nürnberg. Aus heutiger Sicht rechnet der Manager auch im laufenden vierten Quartal mit voll ausgelasteten Werken. Bislang gebe es auf den für Leoni wichtigen Märkten keinerlei Anzeichen einer Eintrübung. Für den Fall einer möglichen Abschwächung sieht sich das Unternehmen gut vorbereitet.
Im frühen Handel wurden die Leoni-Aktien an der Börse mit einem Abschlag von bis zu knapp drei Prozent gehandelt. Die Zahlen stießen auf ein geteiltes Echo. Der Umsatz fiel über den Erwartungen aus, die Gewinnzahlen seien aber etwas hinter den Schätzungen zurückgeblieben. Zudem sei der Ausblick nach den zuletzt eher zuversichtlichen Aussagen etwas konservativ.
Der Umsatz steigt weiter
Beide Unternehmensbereiche, das Geschäft mit den Kabeln und die kompletten Kabelsätze, haben jeweils rund die Hälfte zu den Erlösen beigetragen. Insgesamt kletterte der Umsatz zwischen Juli und September um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 913 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 40 Prozent auf 54,6 Millionen Euro zu. Dabei zeigte sich die Kabelsparte wegen des zum Quartalsende rückläufigen Kupferpreises schwächer. Prinzipiell ergeben sich aber gute Geschäftsaussichten für den Bereich, weil immer mehr Spezialleitungen zur Datenübertragung in Autos eingebaut werden, um elektronische Assistenz- und Kommunikationssysteme zu steuern. In der Berichtsperiode wurde konzernweit ein Überschuss von knapp 33 Millionen Euro erwirtschaftet.
Leoni beliefert unter anderem Volkswagen (VW), Mercedes-Benz, General Motors (GM) und PSA Peugeot Citroen sowie die Nutzfahrzeugindustrie mit Bordnetzen und Kabelsätzen. Kabel und Leitungen gehen außer in die Autobranche beispielsweise auch in die Medizin- und Bahntechnik sowie die Elektro-, IT- und Solarindustrie. Bis 2016 haben sich die Nürnberger allein im Bordnetzbereich ein Auftragspolster von mehr als zehn Milliarden Euro gesichert. Der tatsächliche Umsatz richtet sich nach den Produktionszahlen der Autobauer und damit der Nachfrage nach den einzelnen Modellen. Unter anderem beliefert Leoni die jetzt gerade neu vorgestellten Kompaktwagenmodelle von Daimler, die A- und B-Klasse, sowie die neue Generation des 1er BMW
Unternehmen bestätigt seine Jahresprognose
Im Gesamtjahr 2011 sollen die Erlöse von 2,96 Milliarden im Vorjahr auf rund 3,6 Milliarden Euro steigen. Das EBIT soll um knapp 100 Millionen Euro auf rund 230 Millionen Euro zulegen. Die Verschuldung soll bis zum Jahresende auf unter 300 Millionen Euro sinken. Per Ende September lag sie bei knapp 355 Millionen Euro.
Wegen der gut laufenden Geschäfte weitet Leoni auch die Produktion weltweit aus. Mit der vollständigen Übernahme des südkoreanischen Gemeinschaftsunternehmens Daekyeung zum 1. Januar 2012 soll das Geschäft in Südkorea und China unter anderem mit General Motors, SsangYong und Volvo gestärkt werden. Im nächsten Jahr soll Daekyeung einen Umsatz von bis zu 140 Millionen Euro beisteuern. Die Belegschaft wuchs in den ersten neun Monaten des Jahres um 3.883 Beschäftigte. Neu eingestellt wurden vor allem Mitarbeiter in Asien, Nordafrika und Osteuropa. In Deutschland übertraf die Zahl der Beschäftigten per Ende September erstmals seit dem Krisenjahr 2009 wieder die Marke von 4.000 Mitarbeitern.
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dpa-AFX/kru





