Suzuki ruft internationales Schiedsgericht an

24.11.2011, 6:22 Uhr

Der japanische Autohersteller Suzuki hat einem Medienbericht zufolge im Streit mit Volkswagen ein internationales Schiedsgericht angerufen.

Suzuki Winterkorn

Für den Suzuki-Patriarchen Osamu Suzuki (links) ist die Partnerschaft mit Volkswagen beendet. - Bild: VW

Die Situation bleibt verfahren: Europas größter Autobauer will weiter an seiner Suzuki-Beteiligung festhalten. In Wolfsburg sieht man dem Verfahren nach Aussage eines Sprechers “gelassen” entgegen.

Nun wird sich der Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer (ICC) mit dem Thema zu beschäftigen haben. Ziel von Suzuki ist es, VW los zu werden: Entweder soll der DAX-Konzern gezwungen werden, seinen knapp 20-prozentigen Anteil an den japanischen Konzern oder einen von Suzuki benannten Dritten zu verkaufen.

Überraschend kommt der Schritt nicht, schließlich hatte Suzuki diesen vor Wochenfrist bereits angekündigt. Zudem haben die Japaner bereits ein Programm aufgelegt, um ihre Anteile von VW binnen eines Jahres zurückzukaufen.

Der Streit zwischen den Kooperationspartnern zieht sich bereits seit Monaten hin. Die von Beginn an schwelenden Unstimmigkeiten waren Mitte September aus dem Ruder gelaufen. VW stieß sich seinerzeit daran, dass Suzuki Ende Juli die Partnerschaft mit Fiat ausgebaut hatte und Dieselmotoren bei den Italienern orderte. Diese hätten auch aus Wolfsburg kommen können. VW interpretierte das als Verstoß gegen den 2009 geschlossenen Kooperationsvertrag und forderte Suzuki auf, das Geschäft rückgängig zu machen.

Die Japaner schlugen umgehend zurück und warfen VW ihrerseits den Bruch der Kooperationsvereinbarung vor. Die Begründung: Angeblich hat Europas größter Autobauer Suzuki nicht wie verabredet Zugriff auf auf die eigenen Technologien gewährt. Seither will der Kleinwagenspezialist die Scheidung.

VW denkt nicht an Rückgabe der Anteile

Der VW-Sprecher wies die Vorwürfe am Donnerstag erneut “entschieden zurück”. Den Schritt, nun ein Schiedgericht angerufen zu haben, könne man “in keinster Weise nachvollziehen”. Offenbar sind die Niedersachen bereit, das Problem auszusitzen. “Wenn bei Suzuki die aktuelle Führungsmannschaft nicht mit uns zusammen arbeiten will, dann will es vielleicht die nächste Generation”, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn erst vor ein paar Tagen dem “Handelsblatt”.

VW hatte sich Ende 2009 für insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro bei Suzuki eingekauft. Die Japaner hatten im Gegenzug 1,5 Prozent an den Wolfsburgern übernommen. Mit dem Einstieg wollte VW vor allem von der Kleinwagen-Expertise von Suzuki profitieren und auf dem indischen Wachstumsmarkt Fuß fassen, den die Japaner beherrschen. Seither gab es Spekulationen, VW wolle Suzuki ganz übernehmen.

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Dow Jones Newswires/kru

 

 

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