Suzuki will VW-Beteiligung zurückkaufen

18.11.2011, 9:25 Uhr

Der japanische Autobauer Suzuki dringt verstärkt auf einen Rückzug des Großaktionärs Volkswagen und will die Partnerschaft beenden.

Osamu Suzuki

Osamu Suzuki will die Partnerschaft mit Volkswagen auflösen und den Anteil zurückkaufen. - Bild: Suzuki

Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Man wolle zudem den VW-Anteil zurückkaufen. Volkswagen will seinerseits an ihrem Suzuki-Anteil festhalten, wie ein VW-Sprecher verlauten ließ.

Suzuki will den Fall vor die internationale Handelskammer bringen

Suzuki kündigte für 9 Uhr (MEZ) eine Pressekonferenz in Tokio an. Die japanische Zeitung Nikkei berichtet unterdessen, dass Suzuki den Fall vor den Schiedsgerichtshof der internationalen Handelskammer bringen will. Suzuki-Konzernpatriarch Osamu Suzuki wollte mit der vor rund zwei Jahren eingegangenen Partnerschaft vor allem Einblick in die technische Entwicklung bei Europas größtem Hersteller erhalten.

VW ist mit knapp 20 Prozent an dem japanischen Unternehmen beteiligt, Suzuki mit 1,5 Prozent bei VW. Die beiden Partner werfen sich gegenseitig Vertragsverletzungen vor.

VW hatte Ende Oktober bei der Bilanzvorlage klar gestellt, dass die Zusammenarbeit grundsätzlich überprüft werde. Da die Japaner die Kooperation mit VW beenden wollen, sei “bis auf weiteres die Möglichkeit, maßgeblichen Einfluss auf Suzuki auszuüben, nicht mehr gegeben”, hieß es im Zwischenbericht. Deshalb werde die Ende 2009 erworbene Beteiligung von 19,9 Prozent nun anders in der Bilanz geführt.

Börse sieht Entwicklung für VW leicht negativ

Suzuki hatte sich zu Beginn der Auseinandersetzungen auch daran gestört, in den VW-Büchern als assoziiertes Unternehmen geführt zu werden. Das japanische Familienunternehmen pocht auf seine Unabhängigkeit. Die Partnerschaft habe Suzuki nicht die gewünschten Vorteile gebracht, lauten die Vorwürfe des Kleinwagenspezialisten. VW sieht sich hingegen übergangen, als die Japaner bei Fiat Dieselmotoren bestellten.

An der Börse wurden die Neuigkeiten kritisch gesehen: Die Vorzüge von Volkswagen gaben im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz rund 0,7 Prozent nach. Zuvor lag die Aktie aber schon rund 1,3 Prozent im Minus. Die jüngsten Auseinandersetzungen hätten die Beziehungen zwischen den beiden Autobauern verschlechtert, sagte Analyst Jakob Penndorf von Alpha Wertpapierhandel, der die jüngste Nachricht als leicht negativ für den VW-Kurs wertete. Zudem habe Suzuki ein gutes Timing bewiesen, indem die Japaner mit ihrer Mitteilung kurz vor Beginn der VW-Aufsichtsratssitzung am heutigen Freitag an die Öffentlichkeit gegangen seien.

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dpa-AFX/kru

 

 

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