Audi zieht erstmals am Erzrivalen vorbei
Der Ingolstädter Autobauer Audi wird Mercedes nach Überzeugung von Konzernchef Rupert Stadler bei der Zahl der verkauften Autos in diesem Jahr erstmals überholen.

Rupert Stadler: Audi wird sich in diesem Jahr erstmals vor den großen Konkurrenten aus Stuttgart schieben. - Bild: Audi
“An diesem Fakt ist nicht mehr zu rütteln”, sagte Stadler dem “Handelsblatt” (Dienstag).
Audi wird sich auf den zweiten Platz schieben
In den ersten elf Monaten des Jahres setzte Audi 1,19 Millionen Autos ab – Mercedes kam auf 1,14 Millionen Fahrzeuge. Spitzenreiter in der Premiumklasse bleibt unangefochten BMW: Seit Januar setzte der Münchner Autobauer bereits 1,51 Millionen Fahrzeuge ab.
Das “Wunder von Ingolstadt” kam nicht über Nacht. Jahrzehntelang war Mercedes die unumstrittene Nummer eins unter Deutschlands Premiumherstellern. Doch seit der Jahrtausendwende hat sich das Bild dramatisch gewandelt. Das durchschnittliche Wachstum betrug bei Audi in der vergangenen Dekade jährlich 6,4 Prozent, errechneten die Experten der Credit Suisse in einer aktuellen Studie. BMW hingegen legte nur um 4,7 Prozent zu, Mercedes um 1,5 Prozent.
Ingolstädter dominieren den Markt in China
Grund ist vor allem die Dominanz von Audi in China. In der Volksrepublik steigerte Audi allein im November den Absatz um 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Insgesamt hat Audi auf dem weltweit größten Wachstumsmarkt dieses Jahr 283.600 Fahrzeuge abgesetzt. Beim Rivalen Mercedes sind es 170.112 Autos.
“Grundsätzlich werden wir 2012 weiteres Wachstum sehen, vor allem in den asiatischen Märkten, den USA und Südamerika”, kündigte Stadler an. “Der Markt in Westeuropa wird dagegen eher stagnieren oder sogar leicht schrumpfen.”
Audi-Chef mit Aufstiegschancen
Gelingt es Stadler, auch noch – wie geplant – BMW bis zum Jahr 2015 zu überholen, bieten sich ihm weitere Karrierechancen. Dann nämlich könnte VW-Aufsichtsratschef Piëch seinen einstigen Büroleiter noch eine Stufe weiter nach oben befördern: Der 48-jährige Stadler könnte zusammen mit vier weiteren Spitzenmanagern des VW-Konzerns Kandidat für die Nachfolge des 64-jährigen VW-Chefs Martin Winterkorn werden, dessen Vertrag 2015 ausläuft.
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dpa/Handelsblatt/kru





